Salat aus der Cloud? Das schmeckt nicht nur Konsumenten, sondern auch Investoren

Salat aus der Cloud? Das schmeckt nicht nur Konsumenten, sondern auch Investoren 

Die Weltbevölkerung wächst – und damit auch der Bedarf an Nahrungsmitteln. Deren Produktion ist traditionell ressourcenintensiv und von Ineffizienzen geprägt, die bedeutenden Anteil am Klimawandel haben. Die zukünftige Ernährung vereint also gleich mehrere globale Herausforderungen – für innovative Unternehmen wie Infarm sind deren Lösung die Zutaten für ein profitables Geschäftsmodell.

Laut Hochrechnungen wird erwartet, dass es 2050 9.7 Milliarden Menschen auf der Erde geben wird, 68% davon sollen in Städten leben. In einigen Ländern wird mit zunehmendem Wohlstand, d.h. einer zunehmenden Mittelschicht, gerechnet. Das erwartete Bevölkerungswachstum, der zunehmende Wohlstand und der Trend zur Urbanisierung stellen die globale Weltgemeinschaft vor vielfältige Herausforderungen, darunter auch das Thema Ernährung. Dabei geht es nicht allein nur um die Menge, sondern auch darum, was gegessen wird, und wo und wie dies angebaut beziehungsweise produziert wird.

Landwirtschaftliche Erträge bis 2050 verdoppeln

Bei derzeitigen landwirtschaftlichen Produktionsmethoden, Lieferketten und inhärenten Ineffizienzen sowie den Ernährungsgewohnheiten des heutigen westlichen Konsumenten müsste der landwirtschaftliche Ertrag bis 2050 verdoppelt werden – mit nicht tragbaren Auswirkungen auf Klima und Umwelt. Denn die Landwirtschaft stellt heute eine der grössten Herausforderungen für die Umwelt dar, von der Abholzung der Regenwälder, Verlust von Biodiversität, Methanausstoss, bis hin zum enormen Ressourceneinsatz von Wasser, Dünger und Pestiziden und der entsprechenden Belastung der Ökosysteme. Diese ökonomischen und ökologischen Kosten fallen umso mehr ins Gewicht, wenn man sich des Ausmasses der Lebensmittelverschwendung bewusst wird: Niederländische Forscher sind zu dem Ergebnis gekommen, dass jede Person auf der Welt im Durchschnitt etwa 500 Kalorien Nahrung am Tag verschwendet.

Effizienter werden hinsichtlich was wir wo und wie anbauen

Die nachhaltige Lebensmittelversorgung der Bevölkerung der Zukunft ist bereits heute Gegenstand von Forschung, Entwicklung, Innovationen und Anwendung. Dabei geht es um Reduktion von Abfällen, Untersuchung und Umstellung von Ernährungsgewohnheiten, sowie um effizientere Produktion, Wertschöpfungsketten und Ressourceneinsatz. Mehr Nahrungsmittel zur Verfügung zu stellen bei gleichzeitig weniger negativer Wirkung auf die Umwelt heisst, dass wir effizienter werden müssen – hinsichtlich was wir wo und wie anbauen. Hier leisten technologische Innovationen einen Beitrag, zusammengefasst unter dem Stichwort AgriTech. AgriTech ist der Einsatz von Technologie und technologischer Innovation zur Verbesserung der Effizienz und des Outputs der Landwirtschaft. Die Anwendung von Agritech kann darin bestehen, mehr Nahrungsmittel auf weniger Raum anzubauen oder weniger Wasser zu verbrauchen. Es kann der Einsatz von Robotern sein, um manuelle Arbeit beim Pflanzen oder Pflücken von Pflanzen zu ersetzen. Es kann auch der Einsatz großer Datenmengen, maschinelles Lernen und Artificial Intelligence sein, um mehr über den Boden oder die Anbaubedingungen zu verstehen und so den Ertrag zu verbessern.

AgriTech und Vertical Farming: Big Data, IoT- und Cloud-Analytik für besseres Gemüse

Viele dieser Technologien kommen beim sogenannten Indoor oder Vertical Farming zum Einsatz, einem von vielen Ansätzen zur Effizienzsteigerung der Landwirtschaft. Vereinfacht gesagt, wachsen beim vertikalen Anbau die Pflanzen nicht nebeneinander, sondern übereinander in Regalen. Die meisten vertikalen Farmen sind entweder hydroponisch, d.h. die Pflanzen wachsen in einer Schale mit nährstoffhaltigem Wasser, oder aeroponisch, d.h. die Wurzeln der Pflanzen werden mit einem Nebel besprüht, der Wasser und die für das Pflanzenwachstum notwendigen Nährstoffe enthält. Mithilfe technologischer Innovationen kann vertikaler Anbau im Innenbereich einige Ineffizienzen der Landwirtschaft reduzieren, wie das Beispiel Infarm verdeutlicht.

Infarm wurde 2013 in Berlin von Osnat Michaeli und den Brüdern Erez und Guy Galonska gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Zukunft zu schaffen, in der lokale und besonders frische Produkte für jedermann erhältlich sind. Mit dem Ziel, die gesamte Lieferkette von Anfang bis Ende neu zu definieren, betreibt Infarm vertikale Farmen an verschiedenen Orten in der Stadt, wie in Supermärkten, Restaurants und Vertriebszentren, so dass das Gemüse nahe des Kauf- oder Verbrauchzeitpunkts wächst und geerntet wird, anstatt auf großen Anbauflächen ausserhalb und weit entfernt vom Konsumenten. Die kontrollierten Anbauumgebungen der Farmen sind mit einer zentralen, cloud-basierten Plattform verbunden, die im Laufe des Lebens einer Pflanze über 50 000 Datenpunkte sammelt und dadurch ständig dazu lernt, sich anpasst und verbessert, so dass jede Pflanze besser wächst als die vorherige. Dank der Integration von fortschrittlicher Technik, Internet of Things (IoT), Software und Farming-Technologie benötigt Infarm 99.5 Prozent weniger Platz als bodengebundene Landwirtschaft, 95 Prozent weniger Wasser sowie 90 Prozent weniger Transportwege und keinerlei chemische Pestizide.

Vom intelligenten Einsatz technologischer Innovationen im Ernährungsbereich wie beim Beispiel Vertical Farming profitiert nicht nur die Umwelt. Der Konsument kommt so in den Genuss frischerer, nachhaltigerer und abwechslungsreicherer Nahrungsmittel, während Investoren in Vertical Farming-Geschäftsmodellen Zukunftspotenzial und Marktchancen sehen.

LGT Lightstone, eine globale Plattform für direkte Impact-Investitionen, hat das First Closing der Series-C-Finanzierungsrunde von Infarm angeführt. Dazu sagt Dharmash Mistry, Partner bei LGT Lightstone: «Wir freuen uns, mit dem Infarm-Team zusammenzuarbeiten, um ihre Vision von urbanen vertikalen Farmen zu beschleunigen und letztlich ein nachhaltigeres Ernährungssystem für eine wachsende Bevölkerung zu schaffen: Frischere, schmackhaftere und gesündere Lebensmittel, die 95 Prozent weniger Land und Wasser, keine Pestizide und 90 Prozent weniger Transport benötigen. Mit einer Kundennachfrage im Wert von über einer Milliarde US-Dollar und Partnerschaften mit 17 der 50 führenden Lebensmittelhändler der Welt wird Infarm den Markt mit einem einzigartigen nachfrageorientierten, modularen Geschäftsmodell revolutionieren.»

Unsere neueste Investition in Infarm, sowie weitere Beispiele, wie Unternehmer Technologie und Innovation zur Lösung globaler Herausforderungen nutzen, finden Sie in unserem Portfolio: www.lgtlightstone.com/en/

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