Alpha = Smarteres Beta?

Alpha = Smarteres Beta? 

Wenn es ums Investieren geht, ist das griechische Alphabet nicht weit. Alpha, beta, gamma, delta, theta, vega, usw. stehen in der Finanzbranche für die unterschiedlichsten Kennzahlen und Begriffe. Der Begriff Smart Beta hat insbesondere in den vergangenen Jahren an Popularität gewonnen. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Um das erörtern zu können, müssen zunächst die Definitionen von alpha und beta voneinander abgegrenzt werden.

Beta steht für die Schwankungsbreite (Volatilität) einer Investition im Verhältnis zur Volatilität des Marktes. So sollte sich der Preis einer Aktie mit einem Beta von 1 im gleichen Masse nach oben wie nach unten bewegen wie der jeweilige Marktindex. Generell gilt: Je höher das Beta, desto höher auch die Volatilität. Das Beta wird auch als Marktrisikoprämie oder als systematisches Risiko bezeichnet.

Als Alpha hingegen wird die Überrendite einer Investition bezeichnet, d.h. die Rendite, die über einem Vergleichsindex liegt. Besonders bei alternative Anlagen wie z.B. einem Hedge Fund wird es auf das «Wissen» des Portfoliomanagers zurückgeführt, wenn er Alpha erzielt, also, wenn seine Investitionen besser als der Markt abschneiden. Alpha ist also der Leistungsausweis eines jeden Hedge-Funds-Managers, indem er versucht, Marktopportunitäten durch aktives Handeln in Rendite umzumünzen.

Die kontinuierliche Verschmelzung von traditionellen und alternativen Anlageklassen über die vergangenen Jahre brachte den Begriff Smart Beta hervor. Smart Beta soll zwischen der Marktrisikoprämie Beta und der «Fähigkeiten-Prämie» Alpha liegen. Wichtig dabei sind jedoch die Rahmenbedingungen einer Investition à la Smart Beta: Smart Beta soll einfach, transparent, systematisch und kostengünstig umgesetzte werden können.
Wer meine bisherigen Blogs gelesen hat, dem sollte an dieser Stelle ein Licht aufgehen: Wenn wir den Aspekt «systematisch» ausblenden, stellen wir fest, dass Hedge-Funds-Manager nach der Finanzkrise von 2008 häufig in Bezug auf die genannten Faktoren deutlich kritisiert wurden.

Ersetzt Smart Beta das Alpha?

Im aktuellen Marktumfeld, das von tiefen Zinsen und volatilen Aktienmärkten geprägt ist, suchen Investoren nach zusätzlichen Renditequellen – wie z.B. dem Smart Beta oder auch dem Alpha. Wo immer sich eine Quasi-Alpha-Renditequelle kostengünstig und einfach erschliessen und sich systematisch replizieren lassen würde, setzt sich diese Variante auf lange Sicht durch.

Doch steckt hinter den meisten Smart-Beta-Konzepten eine eigentlich altbekannte Strategie: Ihr Aktienfokus lag historisch betrachtet insbesondere im „Small Cap“ Bereich (kleinere Unternehmen im Sinne der Börsenkapitalisierung ) oder dem „Value“ Segment (eher unterbewertete Aktie im Vergleich zu den fundamentalen Unternehmensdaten wie Umsätze, Dividenden oder Erträge, etc.). Damit scheint auch klar, dass der Vergleich mit einem traditionellen (Market Cap) Benchmark nicht wirklich „fair“ erscheint. So wird aus dem „Smart Beta“ schnell ein konventionelles „Marketing-Beta“, welches eine echte, aktiv gemanagte Alpha-Quelle nicht ersetzt.

Lesetipps:

Is Smart Beta just a fancy word trick?

„Understanding Smart Beta“ by Towers Watson (PDF)

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