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Alternative Risikoprämien – nur ein Hype?

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01.06.2017 - Investments:

Investoren konnten in den vergangenen Jahren mit traditionellen Anlagen im Aktien- und Anleihenbereich attraktive Renditen erzielen. Somit bestand kaum Bedarf, sich komplexeren Ansätzen zu öffnen. Heute stehen wir jedoch vor einer anderen Ausgangslage: Das global tiefe Realzinsniveau und die hohen Bewertungen der Aktienmärkte treiben Investoren dazu, neuen Renditequellen offener entgegenzutreten. Alternative Risikoprämien stehen dabei hoch im Kurs – zu Recht?

Was sind alternative Risikoprämien?

Alternative Risikoprämien lassen sich grundsätzlich durch (aktive) regelbasierte Investitionsstrategien vereinnahmen. Sie versprechen langfristige Überrenditen sowie vorteilhafte Korrelationsstrukturen, sowohl untereinander als auch in Kombination mit klassischen Risikoprämien wie beispielsweise bei Aktien. Eine gängige alternative Risikoprämie ist zum Beispiel der Carry-Trade. Dabei handelt der Anleger mit verschiedenen Währungen und macht sich deren unterschiedlichen Zinssätze zu Nutze. Weitere alternative Risikoprämien können zum Beispiel aus Trendfolgestrategien („Momentum“) aus „Value“- oder „Size“-Strategien extrahiert werden.

Ein Beispiel aus der Praxis ist der „Yen Carry Trade“. In Japan werden die kurzfristigen Zinsen von der Zentralbank – wegen Deflationsgefahr – seit einigen Jahren extrem niedrig gehalten. Ein Händler leiht sich zum Beispiel 1000 Yen über den Devisenmarkt bei einer japanischen Bank, wechselt die Summe in US-Dollar und kauft dafür eine US-Anleihe. Angenommen diese US-Anleihe ist mit 4.5 Prozent verzinst und der Zinssatz für den japanischen Kredit beträgt null Prozent. Dann hat der Händler, solange das Wechselkurzverhältnis gleichbleibt, beim vorliegenden Carry-Trade einen Gewinn von 4.5 Prozent erzielt – ausschliesslich aus der Zinsmarge.

So einfach ist das aber nicht, …

… denn ist eine alternative Risikoprämie identifiziert, heisst das noch lange nicht, dass diese auch über eine längeren Zeithorizont erhalten bleibt – im Gegenteil: Unter ungünstigen Bedingungen kann sie sich sogar in eine für den Investor negative Richtung entwickeln. Flexibilität und Diversifikation über verschiedene alternative Risikoprämien können helfen, eine langfristige, positive alternative Renditequelle aufzubauen. Um dies zu erreichen, bedarf es nebst einer nicht selten Zeit- und ressourcenintensiven Forschung auch einer sorgfältigen und kontinuierlichen Überprüfung, Verfeinerung und/oder Erweiterung der eingesetzten Strategien. Eine zentrale Rolle spielt dabei ebenfalls ein etabliertes Risikomanagement.

Alternative Risikoprämien sind weder eine Illusion noch ein Allheilmittel für die heutigen Investitionsherausforderungen. Als Beimischung in ein Portfolio mit mehrheitlich traditionellen Anlagen können sie tatsächlich dazu beitragen, zusätzliche Renditequellen zu erschliessen und gleichzeitig die Diversifikation für ein ausgewogeneres Gesamtportfolio zu erhöhen.

 

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1 Kommentar

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