Best of Wirtschaftsjournalismus – heute aus Österreich

Best of Wirtschaftsjournalismus – heute aus Österreich 

„Nichts ist spannender als Wirtschaft“: So hat die Wirtschaftswoche früher ihre Berichterstattung beworben. Ich denke, das gilt auch heute noch – obwohl es Wirtschaftszeitungen und -magazinen schwer fällt, neue Leser zu finden. Als Beobachter, Berichterstatter und Kommentatoren vermitteln Wirtschaftsjournalisten Informationen zu einem der wichtigsten Bereiche unserer Gesellschaft.

Nicht erst seit dem Börsenboom Ende der 90er Jahre – als immer mehr Privatpersonen begannen, selbst in Aktien und Devisen zu investieren – sind die Analysen und Recherchen der Autoren ein entscheidender Kanal zur Meinungsbildung. Sie vermitteln den Verbrauchern Wissen, Service und Nutzen. Objektivität, Seriosität und gute Recherche sind dabei enorm wichtig. Genauso wie die verständliche Darstellung der immer komplexer werdender Themen und Zusammenhänge. Seit 2011 vergibt die LGT Bank Österreich deshalb einen Medienpreis und fördert damit die hochwertige Wirtschaftsberichterstattung junger, talentierter Journalisten in Österreich.

Für die diesjährige Auflage wurden insgesamt 60 Beiträge eingereicht, die in den vergangenen zwölf Monaten in Print- oder Onlinemedien erschienen sind. Bewertet hat die journalistische Qualität der Artikel eine unabhängige Jury aus Medienexperten unter der Leitung von Dr. Christine Domforth.

Gewinner des LGT Medienpreises ist Matthias Auer (Die Presse) mit seinem Beitrag «Wettbewerb: Österreich verspielt sein bestes Ass». Er schreibt darin über den starken Anstieg der Lohnstückkosten in den vergangenen Jahren in Österreich, der zu einem enormen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit des Landes innerhalb der EU geführt habe. Neben dem Hauptpreis verlieh die Jury zwei Anerkennungspreise: An Joseph Gepp (Falter) für seinen Artikel «Der Krimi mit dem kleinen Plus: Chronologie eines Finanzskandals» , einer Geschichte über die Spekulationsgeschäfte im Salzburger Finanzskandal. Sowie an Michaela Grell für ihren Artikel «GEA vs. FMA – Ein Thema sorgt für Brennstoff in Österreichs Öffentlichkeit» , der die Auseinandersetzung des Unternehmers Heinrich Staudinger – unter anderem bekannt für seine Waldviertler-Schuhe – mit der Finanzmarktaufsicht Österreich beleuchtet.

Die drei Gewinner-Beiträge zu lesen ist sehr kurzweilig und macht Spass. Zumindest bei mir hat sich ein Erkenntnisgewinn eingestellt und ich hatte nach der Lektüre den Eindruck, mehr vom jeweiligen Thema verstanden zu haben. Schön, dass es heutzutage noch guten, qualitativ hochwertigen und objektiven Wirtschaftsjournalismus gibt.

Bild oben: Dr. Barbara Kolm (Jury), Meinhard Platzer (CEO LGT Bank Österreich), Dr. Christine Domforth (Jury), S.D. Prinz Philipp von und zu Liechtenstein (Chairman LGT Group), Michaela Greil (Anerkennungspreis – Radio FRO), Michael Fleischhacker (Jury), Gerhard Hofer (in Vertretung Hauptpreis-Gewinner Matthias Auer – Die Presse), Joseph Gepp (Anerkennungspreis – Falter)

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