„Bitcoin-Kollaps“: Pause oder Ende?

„Bitcoin-Kollaps“: Pause oder Ende? 

Artikel bewerten

Ende letzten Jahres feierten Bitcoins und andere sogenannte Kryptowährungen Kursrekorde an den Handelsplätzen. Inzwischen häufen sich die Schlagzeilen über einen Preiskollaps von mehr als 60 Prozent seit Anfang des Jahres. Kollaps oder Konsolidierung – wie werden sich Kryptowährungen in Zukunft entwickeln?

Viele Menschen haben eine starke Meinung zu Bitcoins, Blockchain und dem gesamten Komplex der Kryptowährungen – ich nicht. Die Technologie bzw. Softwareapplikation scheint zwar interessant und vielversprechend zu sein und viele mögliche Anwendungen zu bieten, doch das Konzept einer „Kryptowährung“ ist mir persönlich suspekt. Schon alleine deshalb, weil der Begriff bei mir verschwörerische Assoziationen aufwirft – Krypto steht schliesslich für „geheim“, „versteckt“ und „unsichtbar“.

Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet und verstehe von den technischen Details zu wenig. Dafür kenne ich „Ichimoku“ gut, eine bekannte charttechnische Analysemethode. Diese Methode setzt keine Meinung zum dargestellten Gegenstand voraus, stattdessen kann man sich voll und ganz auf die Interpretation des Marktverhaltens konzentrieren. Um die Entwicklungen am Bitcoin-Markt zu beurteilen, schlage ich vor, diese Analysemethode anzuwenden und den Kursverlauf zudem logarithmisch darzustellen. Diese Darstellung macht Sinn, weil sich der Markt seit einiger Zeit sehr extrem entwickelt hat.

Wer das aktuelle Geschehen – den „Kollaps“ – aus mittel- bis längerfristiger Sicht und im Kontext der enormen Schwankungsbreite von Bitcoin betrachten möchte, dem dürfte diese Analysemethode gute Orientierung bieten.

Pragmatismus in der Langzeitbetrachtung

Tun wir all das, dann sehen wir, dass es sich beim jüngsten „Kollaps“ des Bitcoins – zumindest bisher – lediglich um eine „normale“ Konsolidierung nach einer extrem starken Hausse handelt. Der Kursverfall hat zunächst genau auf der „Base Line“ (siehe schwarze Linie) sein Ende gefunden, gemäss Ichimoku ein wichtiger erster Supportbereich. Die Euphorie des Vorjahres wurde also in sinnvoller Weise hinterfragt, doch der Kurs hat an der Support-Linie nicht lange gehalten – die Bären sind die dominante Kraft.

Bitcoin-Kursverlauf in US-Dollar gemäss Ichimoku-Methode (Quelle: Bloomberg)

Bitcoin: wie weiter?

Der Chart impliziert, dass der Kurs nun weiter bis in die blau markierte Zone – aktuell bei 2450 bis 2870 US-Dollar – fallen könnte. Dann sollte die nächste ernstzunehmende Stabilisierung stattfinden. Wie die Bitcoin-Achterbahnfahrt weitergeht, wird sich zeigen und vor allem auch davon abhängen, wie Gesetzgeber und Regulatoren grosser Volkswirtschaften in den kommenden Wochen handeln. Ich persönlich betrachte die Entwicklung vorsichtig, wie der Chart eben empfiehlt.

Nicht, dass Sie mich falsch verstehen, geschätzte Leser, es geht mir hier keinesfalls darum, den weiteren Kursverlauf von Bitcoin zu prophezeien. Dies ist nicht der richtige Ort für extrem riskante Investment-Empfehlungen. Vielmehr möchte ich daran erinnern, dass eine distanzierte, nüchterne Betrachtung oft besseren Aufschluss über das grosse Gesamtbild bieten kann.

Von der Ichimoku-Technik können wir jedenfalls folgendes lernen: Wer einen langfristigen Anlagehorizont verfolgt, sich der sehr volatilen Natur von Bitcoins bewusst ist und die extremen Kursgewinne von 2017 berücksichtigt, der wird in der jüngsten Volatilität noch keinen „Kollaps“, sondern möglicherweise eine weitere, spannende Pause sehen – wie jene Konsolidierungen, die nach den Haussen von 2013 und 2014 schon einmal stattgefunden haben.


Unsere Beiträge direkt in Ihrer Mailbox

Registrieren Sie sich und wir informieren Sie wöchentlich über die aktuellen Blogbeiträge.

Hier finden Sie die Datenschutzerklärung


 

Es gibt 2 Kommentare zu diesem Artikel
  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 6. Februar 2018 | marktEINBLICKE
  2. Pingback: Artikel über Trading und Investments 11.2.2018 | Pipsologie

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.