Blockchain: Die DNA des digitalen Geldes

Blockchain: Die DNA des digitalen Geldes 

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Die menschliche DNA ist eine gigantische Informationsspur durch unsere Abstammung. Entschlüsselt man sie, enthüllt sie unsere Einzigartigkeit ebenso wie unsere Herkunft. Die Blockchain-Technologie ist ein ähnliches Prinzip für digitales Geld.

Vaterschaftstests sind der Sieg der Genetik über den Zufall des Lebens: Eine simple Analyse des genetischen Fingerabdrucks bringt Lichts ins Dunkel des zwischenmenschlichen genetischen Austausches und definiert, wessen Chance oder Problem die Konsequenzen daraus sind. Mehr noch: Unsere DNA lässt den Blick in die Geschichte unserer Familie, unserer Herkunft und sogar der Evolution unserer Spezies zu. Wie ein gigantischer Strang sind in ihr unsere Erbinformationen verwoben. Dieser genetische Lebensfaden wird mit jeder Generation und jeder neuen Verbindung weiter gesponnen, schafft eine neue, individuelle Gen-Mixtur und damit die Grundlagen für die ständige Erneuerung des Lebens in allen Formen, Arten und Facetten.

Mit der Blockchain-Technologie hält ein Prinzip vergleichbar mit dem genetischen Fingerabdruck und seiner gespeicherten Informationen Einzug in die Welt des Geldes. Digitale Währungen wie beispielsweise Bitcoins nutzen Blockchains, um alle Informationen über Geldflüsse zu speichern und nachvollziehbar zu machen. Der «Block» ist dabei eine kleine verschlüsselte Einheit mit gespeicherten Informationen zum Zahlungsverkehr. Bei jeder neuen Zahlung mit Bitcoins entsteht ein neuer Block, der wie die ein DNA-Baustein an den Informationsstrang aus «vergangenen Informationsblöcken» angeheftet wird. Aus den einzelnen Informationsblöcken wächst so eine Block- oder Datenkette, die die gesamte Geschichte von Bitcoins, von der ersten «Prägung», dem so genannten Mining, bis hin zur letzten Zahlung und dem aktuellen Besitzer wieder gibt. Jede Transaktion wird in mit einer einzigartigen Signatur versehen und in einer öffentlichen, vom gesamten Netzwerk der Bitcoin-Nutzer betriebenen Blockchain-Datenbank aufgezeichnet. Der Zahlungsverkehr wird so weltweit transparent und nachvollziehbar. Im Unterschied zu unseren Genen können die Blöcke aus der Kette nicht von einem Einzelnen «geklont», also kopiert oder verfälscht werden. Die Blockchain selbst schliesst die Verfälschung mathematisch aus und das Netzwerk der Nutzer würde überdies sofort auf Unregelmässigkeiten aufmerksam werden. Der Vaterschaftstest des digitalen Geldes läuft also permanent mit und ist für jeden nachvollziehbar. Die «Geldgeschichte» in der Blockchain gilt deshalb derzeit als absolut fälschungssicher und setzt neue Standards für den Zahlungsverkehr der Zukunft.

Leselinks:

Dem interessierten Leser seien diesmal statt lesenswerter Beiträge zum Thema zwei Blogs empfohlen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Welt der Bitcoins und Blockchains unvoreingenommen, tief gehend und spannend für alle Interessierten zu ergründen:

Der Coinspondent von Friedemann Brenneis ist eine lesenswerte Blog-Postille über digitales Geld im Allgemeinen und dem Hintergrund zu Bitcoins im Besonderen, der digitale Leckerbissen für Kenner ebenso serviert, wie Antworten für Einsteiger in die Thematik.

Der Bitcoin Blog von Christoph Bergmann hat erst kürzlich den Publikumspreis des Finanzblogger Awards 2015 gewonnen. Verdient hat er ihn unserer Meinung nach vor allem, weil er jedem Leser den passenden Einstieg in die komplexe Themenwelt der Bitcoins ermöglicht.

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