Münze im Brautschuh: Geld auf Schritt und Tritt

Münze im Brautschuh: Geld auf Schritt und Tritt 

Wenn es ums Geld eines jungen Paares geht, spielen die Brautschuhe traditionell eine wichtige Rolle. Geld im Schuh verheisst angeblich lebenslangen Wohlstand.

Warum steht eigentlich die Braut am Altar stets links neben dem Bräutigam? Diese Tradition reicht zurück in Zeiten, als die alten Rittersleut’ noch Schwerter trugen. Der Bräutigam sollte auch in der Kirche immer die rechte Hand frei haben, um seine Angetraute verteidigen zu können.

Während sich also die Herren der Schöpfung traditionell eher um die Verteidigung kümmern, sind die Damen für die Finanzen zuständig. So will es jedenfalls das Brauchtum. Und dabei spielen die Brautschuhe eine ganz besondere Rolle. Vor langer Zeit war es üblich, dass schon junge Mädchen für ihre Brautschuhe sparten und die Verkäuferinnen und Verkäufer in den einschlägigen Geschäften später mit einem wahren Berg von Kleingeld beglückten. Geknausert werden durfte auf keinen Fall, denn Brautschuhe sandten auch Signale aus. Teure Schuhe waren angeblich ein Zeichen, dass die Braut jahrelang sparsam war, um sich diesen Wunsch erfüllen zu können.

Diamanten für die Füsse

Ab welchem Preis ein Brautschuh als „teuer“ gilt, muss indessen jede Dame aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse ganz individuell beantworten. Den wahrscheinlich teuersten Brautschuh kreierte der amerikanische Modedesigner Stuart Weitzman. Das filigrane Modell mit hohen Absätzen ist mit zahlreichen Diamanten besetzt und kostet rund zwei Millionen US-Dollar. Nach der Hochzeit gehören diese edlen Stücke wohl eher in den Tresor als in den Schuhschrank.

Zwei weitere Bräuche rund um die Schuhe der Braut sollen die Liquidität des Paares sichern. Dazu gehört es, ein paar Münzen in den rechten Brautschuh zu legen. Diese Tradition trägt sicher nicht unbedingt zur Bequemlichkeit bei, soll aber, wenn man der Überlieferung glauben darf, lebenslangen Wohlstand bringen. Weshalb das so ist, bleibt rätselhaft. Denn warum soll es dem Paar Reichtum bescheren, wenn die Braut schon am Tag der Hochzeit Geld im wahrsten Sinne des Wortes mit Füssen tritt?

Versteigerung des Brautschuhs

Ein anderer Brauch bessert die Kasse des jungen Paares hingegen schon kurzfristig auf. Meist gegen Ende der Feier kriechen Kinder unter den Tisch bis zum Fuss der Braut und stibitzen einen ihrer Schuhe. Der wird dann unter den Hochzeitsgästen fiktiv versteigert. Es handelt sich jedoch nicht um eine richtige Auktion, sondern eher um eine Sammlung. Jeder Gast legt etwas Geld in den Schuh. Am Ende erhält der Bräutigam den „Zuschlag“.

Übrigens: Stuart Weitzman, der unter anderem die Füsse der erfolgreichen amerikanischen Sängerin und Songwriterin Taylor Swift mit seinen Kreationen schmückt, investiert lieber in Briefmarken als in teure Schuhe. Im Jahr 2014 erwarb er für rund 9.5 Millionen Dollar den philatelistischen Schatz British Guiana 1c magenta.

Leselink
Brauchtum rund um den Brautschuh

Es gibt 1 Kommentar zu diesem Artikel
  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 29. Mai 2019 | marktEINBLICKE

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.