Corporate Volunteering – Kann Freiwilligkeit ins Management integriert werden? 

Corporate Volunteering ist das freiwillige gemeinnützige Engagement von Mitarbeitenden im Kontext eines Unternehmens. Es geht um soziale Leistung, die weder verordnet, noch gefordert werden kann, sondern lediglich gefördert werden kann. Gleichzeitig geniesst der Einsatz im Dienst der Allgemeinheit höchsten öffentlichen Respekt – der auch dem Unternehmen zu Gute kommt. Wie kann die Freiwilligentätigkeit von Mitarbeitenden im Rahmen der Unternehmensverantwortung wirksam unterstützt werden?

Wie Unternehmensverantwortung funktioniert

Drei Faktoren bestimmen die Unternehmensverantwortung: Erstens die Summe der persönlichen Werthaltungen von Führungskräften und Mitarbeitenden. Zweitens die über die Zeit aufgebaute «Verantwortungskultur» der Institution. Und drittens beeinflussen normengebenden Instanzen den Rahmen der Verantwortlichkeit. Diese können sowohl implizite Einschränkungen sein, wie zum Beispiel der «Gesunde Menschenverstand», die «Öffentliche Meinung» oder der «Marktkonsens» als auch explizite Normen, wie Gesetze und Standards. Teilweise tun sich hier Spannungsfelder auf, die ausgewogen entlastet werden müssen.

Wie freiwillig ist freiwillig?

Freiwilliges Engagement ist keine verpflichtende Übung, sondern vor allem Ausdruck persönlicher Motive wie beispielsweise Lernen wollen, neue Erfahrungen machen, Wissen weitergeben oder sich aus innerer Verbundenheit für das Gemeinwohl einsetzen.
Die Freiwilligkeit von Einsätzen im Corporate Volunteering setzt also voraus, dass das klassische Zielsystem der Erwerbsarbeit – das im Grundsatz eine Aufwandsentschädigung für eine Tätigkeit vorsieht – bei Volunteering Vorhaben nicht angewendet wird. Die Mitarbeiter sind «Freischaffende» in ihrem Ehrenamt und zugleich Partner bei der Verwirklichung unternehmerischer Verantwortung. Vor diesem Hintergrund sind Firmen gefordert eine Plattform anzubieten, wo sich Mitarbeitende für ein Engagement entscheiden können, aber nicht müssen. Sollte ein Unternehmen ein Volunteering-Vorhaben als reine Sozial Marketing Aktionen oder Team-Building-Aktivitäten unter falschem Namen aufsetzen, wird die Bereitschaft, sich gemeinnützig zu engagieren, bis tief ins Mark beschädigt.

Neue Kooperationen und die Ethik der Verhältnismässigkeit

Wie kann freiwilliges Engagement von Mitarbeitenden bestmöglich gefördert werden? Unternehmen können erstens angemessene Ressourcen, wie etwa Fachwissen, Infrastruktur und Beziehungen bereitstellen. Zweitens gilt es Brücken zwischen Profit Sektor und gemeinnützigen Organisationen zu bauen, um Mitarbeitern den Sprung ins zivilgesellschaftliche Engagement zu erleichtern. Drittens ist aus den ungewöhnlichen Kooperation sozialer Wert zu schöpfen

Aus dem oben gesagten können wir die vier Eckpfeiler guter Volunteering-Kooperation von Unternehmen ableiten:

  1. Gegenseitige Passung von Unternehmen und Partnerorganisationen im Professionalisierungsgrad
  2. Grad der wechselseitigen Ergänzung organisationsspezifischer Ressourcenarten
  3. Intensität des Ressourcenaustauschs
  4. Verbundene strategische Interessen

Corporate Volunteering lebt also von der wertschätzenden Einbeziehung Dritter in neuen Partnerschaften. Firmen sind gefordert sowohl Akzeptanz, Angemessenheit und soziale Erwünschtheit einer Initiative sicherzustellen als auch die persönlichen Motive der Volunteers zu treffen.

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