Der Traum vom Gold und das Wunder der Alchemie

Der Traum vom Gold und das Wunder der Alchemie 

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Generationen von Alchemisten scheiterten beim Versuch, aus Blei Gold herzustellen – und doch haben ihre Versuchsreihen quer durch die Jahrhunderte und Kulturen die Menschheit bedeutend reicher gemacht.

Heutzutage ist es für die Wissenschaft kein Problem mehr, aus Blei Gold her zu stellen: Mit einem Teilchenbeschleuniger wie dem CERN in Genf und riesigen Energiemengen zugeführter Energie lässt sich das Edelmetall aus unedlem Staub zuverlässig erzeugen. Leider würde die Herstellung weniger Gramm Gold in der Alchemistenkammer des Nuklearzeitalters rund eine Billarde Dollar kosten und das Ergebnis wäre zu instabil, um verwertet zu werden – es zerfiele in unserer Alltagsatmosphäre wieder in seine niederen Bestandteile. Die Herstellung von Gold ist heute also möglich, aber unsinnig – doch paradoxer Weise wäre selbst ein Teilchenbeschleuniger ohne den Traum vom künstlichen Gold gar nicht möglich gewesen.

Das Kaisers neue Goldmacher

Die Suche nach Gold ist ein gemeinsames Erbe der Menschheit. Selbst der Begriff der „Alchemie“, der sinnbildlich für die Transmutation von Elementen steht, könnte sowohl chinesische, arabische oder griechische Wurzeln haben. Bereits im antiken Persien waren die „Goldmacher“ ein ehrbarer Berufsstand, der vieles erschuf – ausser eben Gold. Die griechisch-arabische Alchemie der Antike entwickelte komplexe Stofflehren aus den Urelementen Erde, Wasser, Luft und Feuer (Vier-Elemente-Lehre nach Empedokles). Im Mittelalter erlebte die Alchemie wegen der zahlreichen adeligen Träumer vom künstlichen Gold eine regelrechte Hochkonjunktur. Doch trotz der Experimente der geheimnisvollen Meister der Stoffwandelung an den königlichen und kaiserlichen Höfen blieb Blei Blei und Gold ein Traum.

Alchemie und die List der Vernunft

Die alchemistische Naturphilosophie spaltete sich im spätem Mittelalter in verschiedene Disziplinen auf: Die Lehren der Chemie und Pharmakologie entstanden als eine Art Nebenprodukt der Alchemie: Mit zunehmender Aufklärung wuchsen sie zu wissenschaftlichen Disziplinen heran, die auch das Fundament für die Leuchttürme der modernen Forschung bilden sollten. Der „Unsinn“ der Alchemie wurde zum Sinnstifter unserer heutigen Wissenschaft.

Möglicher Weise will uns der Menschheitstraum vom künstlichen Gold jedoch etwas ganz Anderes sagen: Der Schweizer Psychiater und Psychotherapeut Carl Gustav Jung sah im vergeblichen Bemühen der Alchemisten ein Sinnbild des modernen Menschen. Die scheinbar unlösbare Aufgabe deutete er als notwendigen Reifungsprozess auf dem Weg zu sich selbst, die Verwandlung der Elemente als tiefen Wunsch, der Mensch zu sein, der theoretisch möglich wäre. Vielleicht ist es ganz gut, wenn auch dieser Traum nie verwirklicht wird.

Ein vergleichbar einfacher Weg zu Gold sind Investitionen in Edelmetalle

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