Die Kür der Geldanlage – offen für Neues und stilvoll kombinieren

Die Kür der Geldanlage – offen für Neues und stilvoll kombinieren 

Eine gegenläufige Preisentwicklung von Staatsanleihen und Aktien ist für viele Anleger zur Selbstverständlichkeit geworden. Die geldpolitischen Aktionen der Zentralbanken haben über die letzten Jahre jedoch ein Umfeld geschaffen, in dem auf diesen Zusammenhang nicht mehr uneingeschränkt Verlass ist.

Eine auf das individuelle Risikoprofil abgestimmte Mischung von Staatsanleihen und Aktien bildet in der Regel das Rückgrat eines breit diversifizierten Anlageportfolios. Diese Diversifikation scheint seit Beginn der letzten globalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Kontext einer ultraexpansiven Geldpolitik hervorragend funktioniert zu haben.

Blickt man jedoch etwas genauer hin, zeigt sich, dass eine negative Korrelation zwischen Staatsanleihen und Aktien kein Naturgesetz ist. So geschehen im Mai/Juni 2013, als sich amerikanische Aktien und Staatsanleihen in die gleiche Richtung bewegten – nämlich an Wert verloren. Ausgelöst wurde diese Marktreaktion – bekannt unter dem Namen Taper Tantrum – durch die Ankündigung der amerikanischen Notenbank Fed, sich von ihrer expansiven Geldpolitik zu verabschieden und sich somit nicht mehr aktiv als Käufer am Anleihenmarkt zu beteiligen. Infolgedessen zogen Investoren ihr Geld vom Anleihenmarkt ab und die Preise fielen.

Eine ähnliche Reaktion könnte uns auch künftig bei einem möglichen Zinsanstieg bevorstehen. Anleihen- und Aktienpreise sind heute bereits sehr hoch und der Handlungsspielraum der Zentralbanken zusehends ausgeschöpft. Mit anderen Worten: Nicht nur die Erwartung einer geldpolitischen Straffung könnte zu hohen Verlusten auf Aktien und Anleihen führen, sondern auch das Ausbleiben einer weitergehenden geldpolitischen Lockerung.

Die Suche nach «alternativen» Renditequellen und Diversifikation

Vor diesem Hintergrund sollte sich jeder Anleger Gedanken über mögliche alternative Renditequellen machen. Anleger sind gut beraten, den Diversifikationseffekt zwischen Staatsanleihen und Aktien nicht unbedacht in die Zukunft zu extrapolieren.

Aktive und flexible Anlagestrategien, welche situativ an das Marktgeschehen anpasst werden können, sollten zumindest als Alternativen berücksichtigt werden. Solche Strategien können das Risikobudget je nach Ausrichtung aktiv steuern. Steigt beispielsweise die Volatilität der Aktienmärkte aufgrund zunehmender Risikoaversion an, tendieren «Safe Haven»-Anlagen wie Gold oder einige Währungen dazu, ihren Wert zu halten oder gar einen positiven Wertzuwachs zu verzeichnen. Eine Beimischung solcher Ansätze in ein traditionelles Aktien- und Anleihenportfolio, das zum Beispiel saisonale Effekte an den Märkten aufgreift, könnte nicht nur zusätzliche Ertragsquellen erschliessen, sondern auch unerwünschte Schwankungen im Portfolio dämpfen.

Bildlegende: Skulptur „Bulle & Bär“ (Reinhard Dachlauer, 1985), Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland. © Dietmar Rabich, rabich.de CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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