Die Rendite der Sozialunternehmer: Wirksame Hilfe für immer mehr Menschen 

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Armut, Hunger, Krankheit: Über die Hälfte der Weltbevölkerung befindet sich in diesem Teufelskreis – über vier Milliarden Menschen haben weniger als zwei US-Dollar am Tag zum (Über-) Leben. Viele Projekte und Initiativen aus den westlichen Industrienationen lindern akute Not, ändern aber nichts an der strukturellen Armut in diesen Ländern. Staat und Politik sind in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern häufig nicht in der Lage, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Strukturen der Not wirksam und dauerhaft verändern.

Besser als der Staat? Wie junge Unternehmen Armut bekämpfen

Es sind oftmals junge Unternehmer, die innovative Ideen und Lösungen für die Probleme der ärmsten Bevölkerungsschichten entwickeln. «Sozialunternehmen» leisten also das, was es braucht, um eine wachsende Anzahl von benachteiligten Menschen zu erreichen: Wirksame, skalierbare, erschwingliche Lösungen, die sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientieren. Das Team von LGT Venture Philanthropy (LGT VP) unterstützt in sechs Weltregionen mittlerweile 27 solcher junger Unternehmen und Organisationen. Unser Ziel ist es, die Portfolio-Organisationen zu einer «Betriebsreife» zu führen und sie damit zu befähigen, erfolgreich am Markt zu sein und soziale Problemlösungen zu verwirklichen. Vor kurzem kamen zwei neue Organisationen in Indien zu unserem Portfolio hinzu:

Varthana: Bildungsfinanzierung ist Armutsbekämpfung

Über 100 Millionen indische Kinder sind auf kostengünstige Privatschulen angewiesen. Doch diese Schulen bekommen für ihre Vergrösserungspläne keine Kredite von traditionellen Finanz- oder Mikrofinanzinstituten. Die indische Organisation Varthana setzt genau hier an und bietet diesen Privatschulen bedürfnisgerechte Darlehen an. Mit dieser Anschubfinanzierung trägt Varthana auch dazu bei, dass mehr Kinder aus einkommensschwachen Familien eine Chance auf hochwertige Bildung erhalten. Mit der Unterstützung von LGT VP erreicht Varthana in den nächsten Jahren mehr als 100 Schulen und über 50.000 Schüler.

B2R: Silicon Valley statt Tal der Tränen

Die Organisation B2R kämpft gegen die Abwanderung junger Talente und damit den «Brain Drain» aus Indiens Armutsregionen in die überfülltem Megastädte und Boomregionen des Subkontinents. Durch Outsourcing von IT-Arbeitsaufträgen aus der Metropolstadt Bangalore in die Bergtäler des Himalaya kehrt die Hoffnung in die ländlichen Regionen zurück. In kleinen, dezentralen Outsourcing-Zentren bildet B2R junge Menschen aus und verschafft ihnen eine Arbeitsstelle. Über das Internet nehmen sie Aufträge entgegen und schicken die Arbeitsergebnisse wieder zurück. Auf diese Weise wird es der ländlichen Jugend möglich, das Einkommen der gesamten Familie zu verdreifachen. LGT VP hilft B2R in den nächsten Jahren dabei, vierzehn neue Zentren aufzubauen: das heisst, von derzeit fünf auf insgesamt 19 Zentren zu wachsen.

Der Return einer Investition in Sozialunternehmen wie Varthana und B2R ist vor allem eins: Das enorme Potential, einer grossen Anzahl benachteiligter Menschen schnell, wirksam und dauerhaft helfen zu können.

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