Die wunderbare Welt des Geldes

Die wunderbare Welt des Geldes 

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Wenn man über die Eigenschaften von Geld nachdenkt, wundert man sich, dass ein solches Mittel aus der Alltagspraxis des menschlichen Handelns entstanden ist. Viele Charakteristika des Geldes ähneln eher fiktiven Substanzen, wie dem Kryptonit aus den Superman-Geschichten oder einem Elixier aus «Tausend und einer Nacht». Schauen wir uns einige dieser Eigenschaften näher an:

1. Geld lässt sich vermehren.

Aus einer Menge Geld kann man eine grössere Menge Geld erzeugen, indem man zum Beispiel Geld anlegt. Das Besondere in diesem Vermehrungsprozess ist, dass das Geld sowohl der Rohstoff als auch das Endprodukt des Prozesses ist. Wenn das Geld erfolgreich angelegt ist, geht kein Gramm vom ursprünglichen Rohstoff verloren. Der ganze Rohstoff ist noch im Endprodukt enthalten und der Prozess kann neu wieder anfangen. Eine weitere Besonderheit ist, dass der Vermehrungsprozess oft nicht von der anfänglichen Rohstoff-Menge abhängt: er lässt sich an 1’000 USD oder an 1’000’000 USD anwenden.

Stellen wir uns zum Vergleich vor, wie ein Vermehrungsprozess zum Beispiel in der Automobil-Industrie aussieht. Ein Auto kann erstens nicht als Rohstoff für ein weiteres neues Auto dienen. Wenn man statt 1’000 neuen Autos 1’000’000 Autos produzieren möchte, muss man neue Produktionsstandorte kaufen, neue Werke errichten, mehr Angestellte einstellen etc.

2. Geld kann aus dem Nichts entstehen.

Die Zentralbanken und die Banken können die gesamte Geldmenge schlicht erhöhen, d.h. neues Geld schaffen, das früher nicht vorhanden war. Dafür braucht man weder einen Ur-Rohstoff noch die richtige Investitionen zu tätigen: es handelt sich um einen reinen Schöpfungsakt. In diesem Sinne, folgt das Geld nicht dem Grundsatz «nihil ex nihilo» , der Naturwissenschaft.

3. Geld ist die anonymste Sache, die man besitzt.

Die Hauptfunktion des Geldes ist die eines Tauschmittels. Geld erlaubt also einen ständigen Besitzerwechsel, ohne dass Spuren der wechselhaften Besitzergeschichte erkennbar werden. Die Anonymität einer Münze, einer Banknote oder einiger Bits auf einem Server der eigenen Bank sind kaum zu übertreffen (abgesehen von der Welt der TV-Serien wie CSI, wo Fingerabdrücke auf Banknoten doch die Identität der Mörder verraten können). Es ist in diesem Sinne ein kleines Paradoxon, dass Menschen sich so sehr Geld wünschen: sie sehnen sich nach dem Besitz einer anonymen Substanz, die ihnen nie wirklich gehören wird und zu der sie nie eine Beziehung entwickeln können wie zu anderen Objekten (ein Bild, eine Uhr, ein Buch, etc.).

Weitere Eigenschaften können sicher zu diesem «exotischen» Inventar gezählt werden. Wer weiss, vielleicht ist auf einem anderen Planeten das Geld – so wie wir es kennen – kein Zahlungsmittel, sondern eine der Substanzen, welche die dortige Literatur erfunden hat.

Zurück zur Erde: Wenn man in die Alltagspraxis wieder eintaucht, vergisst man schnell die Exotik des Geldes und schätzt wieder die praktische Seite seiner Eigenschaften: Im Auftrag eines Kunden investieren (1.), Liquidität während Marktturbulenzen zu verschaffen (2.) und Zugang zu einem schnellen, zuverlässigen und globalen Zahlungssystem zu erlangen (3.).

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