Vom „Kopfgeld“ bis zum Finderlohn

Vom „Kopfgeld“ bis zum Finderlohn 

Ehrliche Finder werden in den meisten Staaten der Welt ebenso belohnt wie aufmerksame Bürger, die dabei helfen, Verbrechen aufzuklären. Mal gibt’s nur ein kleines Trinkgeld, mitunter fließen aber auch hohe Summen.

Wer seine Augen offen hält, kann sich unter Umständen ein nettes Zubrot sichern. Denn Aufmerksamkeit wird in den meisten Ländern der Welt belohnt, sofern es gelingt, Missetäter oder Vermisstes aufzuspüren. Aktuelle Statistiken sind zwar nicht verfügbar, doch ist davon auszugehen, dass weltweit jährlich Millionenbeträge an Belohnungen „für sachdienliche Hinweise zur Aufklärung eines Verbrechens“ oder an Finderlohn gezahlt werden. Kein Wildwestfilm käme ohne die bekannten Steckbriefe aus, auf denen ein Kopfgeld ausgeschrieben wird für jenen, der dem Schurken das Handwerk legt – „Wanted – dead or alive“.

Belohnung ohne Limit

Nun gehört Selbstjustiz in Rechtsstaaten gottlob schon lange der Vergangenheit an. Trotzdem: Wer dazu beiträgt, ein Kapitalverbrechen aufzuklären, darf in den meisten Fällen auf eine Belohnung hoffen, auch wenn diese Praxis alles andere als unumstritten ist. So könnte zum Beispiel mancher Mitwisser solange mit der Aussage warten, bis eine ihm lukrativ genug erscheinende Belohnung ausgesetzt ist. In Deutschland werden Belohnungen von den Staatsanwaltschaften beziehungsweise Polizeipräsidenten ausgeschrieben, bei höheren Beträgen – ab 5000 Euro – muss in der Regel das zuständige Landeskriminalamt oder die Generalstaatsanwaltschaft zustimmen. Für die Höhe der Belohnung gibt es grundsätzlich kein Limit. Es entscheiden das Gespür und Ermessen der Behörden. Von privater Seite aus darf die Belohnung aufgestockt werden.

Wenn es gilt, weltweit gesuchte Terroristen zu ergreifen, kann die Belohnung schon mal achtstellig ausfallen. Die Kopfgeldprämie für den ehemaligen Top-Terroristen Osama Bin Laden betrug zeitweise bis zu 25 Millionen US-Dollar.

Räuber kassieren Finderlohn

Mitunter kann es sogar passieren, dass die Missetäter selbst die Belohnung kassieren. Für Staunen und Kopfschütteln sorgte etwa ein spektakulärer Goldraub 2007 in Neuseeland. Aus einem Museum hatten Einbrecher wertvolle Medaillen, darunter neun Victoria-Kreuze, die höchsten Tapferkeitsmedaillen im britischen Commonwealth, gestohlen. Später gaben die Diebe die Beute anonym über einen Anwalt zurück und kassierten umgerechnet 63.505 Euro als „Finderlohn“. Die durften nach einem Urteil des Obersten Gerichts in Wellington das Geld zwar behalten, wurden jedoch zu einer 13-jährigen Haftstrafe verurteilt. Weitaus ehrlicher ging es in Passau zu, wo im Jahr 2015 Bauarbeiter beim Bodenaushub einen Goldschatz im Wert von rund einer Million Euro fanden. Vermutlich hatte ein Juwelier den Schatz dort vergraben und ihn infolge einer später einsetzenden Demenz-Erkrankung schlicht vergessen. Wie auch immer, jedenfalls durften sich die ehrlichen Bauarbeiter über 50.000 Euro Finderlohn freuen.

Leselink

Zusammenstellung der höchsten ausgesetzten „Kopfgeldsummen“, sowohl international als auch in der Schweiz

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