Grosse Frauen und das liebe Geld

Grosse Frauen und das liebe Geld 

Dass Frauen im Umgang mit Geld sehr geschickt sind, zeigt ein kurzer exemplarischer Blick in die Geschichte.

In einem Sparschwein wird sie ihre Rücklagen wohl kaum aufbewahrt haben. Denn erstens wäre ein solches Behältnis angesichts der Summe nicht ausreichend und zweitens gewiss nicht standesgemäss gewesen. Wie auch immer, als Maria Theresia im Jahr 1780 starb, war man am Hofe der Erzherzogin von Österreich und Königin von Ungarn doch erstaunt, in ihren Privatgemächern fast 4000 Gulden zu finden. Die Monarchin hatte etwas „auf die hohe Kante“ gelegt.

Doch nicht nur in eigener Sache erwies sie sich als weitsichtig: Um ein kriegsbedingtes Riesenloch im Staatshaushalt zu stopfen, führte Maria Theresia im Jahr 1762 unverzinsliches Papiergeld ein. Das tat sie so geschickt, dass diese sogenannten Bancozettel anfangs sogar beliebter waren als Silbermünzen.

Wie man Vertrauen ins Papiergeld aufbaut, wusste auch Katharina die Grosse. Sie sagte einmal, ein Stück Papier würde dem Zweck von Gold und Silber entsprechen, „sobald es nur von einem Herrscher herausgegeben und sein Bildnis aufgedruckt ist“. Dieser Erkenntnis folgten sogleich Taten. Katharina führte 1769 die ersten Banknoten ein und liess sich auf dem 100-Rubel-Geldschein abbilden.

Annette von Droste-Hülshoff auf Schnäppchenjagd

Auch grosse Künstlerinnen erwiesen sich als äusserst versiert im Umgang mit Geld. Der Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff, in deren Werken und Briefen das Geld zum Teil eine zentrale Rolle spielt, gelang 1843 ein Immobilien-Schnäppchen der besonderen Art: Sie ersteigerte das Fürstenhäuschen in Meersburg. Ein Objekt in 1a-Lage mit fantastischem Blick auf den Bodensee – für gerade einmal 400 Taler. In einem ihrer Briefe schrieb sie: „Gottlob ist’s kein armer Schelm, dem ich das Häuschen abgekauft habe, sondern ein reicher Grossherzog von Baden…“

Während Annette von Droste-Hülshoff zunächst ein sehr distanziertes Verhältnis zum Geld hatte, erwies sich die Pianistin Clara Schumann (1819-1896) schon sehr früh als recht geschäftstüchtig. Als Zehnjährige – sie hiess damals noch Clara Wieck – erteilte sie ihrem jüngeren Bruder Musikunterricht und liess sich dafür von ihrem Vater honorieren. Als Elfjährige verdiente sie mit einem Konzert im Leipziger Gewandhaus die stolze Summe von umgerechnet 1500 Euro. Als sie später die Zustimmung ihres Vaters zur Hochzeit mit Robert Schumann erbat, führte sie unter anderem „ein sicheres Auskommen“ als Argument ins Feld. Der Schumann-Spezialist Wolfgang Seibold ist überzeugt: Clara Schumann war spätestens im Alter Millionärin.

Brigitte Bardot liebt Aktien und Immobilien

Die Stars von heute spielen in einer anderen Liga. Das Vermögen von Brigitte Bardot wird aktuell auf rund 215 Millionen US-Dollar geschätzt. Das hat sie nicht nur mit Schauspielerei und Sponsoring-Verträgen geschafft, sondern vor allem mit lukrativen Aktien- und Immobilien-Investitionen.

Coco Chanel schliesslich behauptete: „Weil Geld etwas Sündiges ist, muss es verschleudert werden“. Man darf annehmen, dass sich diese Empfehlung eher an ihre Kundinnen richtete. Denn als Coco Chanel 1971 starb, hinterliess sie ein ausserordentlich erfolgreiches Modehaus. Das erreicht man normalerweise nicht, indem man Geld „verschleudert“.

Leselinks
Website des Fürstenhäusle in Meersburg (Bodensee) – das „Immobilienschnäppchen“ von Annette von Droste-Hülshoff
Was Maria Theresia verdiente und mit dem Geld machte

Bild: Johann Tusch, „Porträt der Kaiserin Maria Theresia als Witwe (1717–1780)“, 1772. © LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz-Vienna

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