Banknoten in der Ravioli-Dose

Banknoten in der Ravioli-Dose 

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Hinter der Tapete, unter dem Laminat, im WC-Spülkasten: Wenn es um vermeintlich sichere Verstecke fürs Geld geht, sind die Menschen erfinderisch.

Manchmal kann eine Erbschaft höher ausfallen als gedacht. Nach dem Tod seiner Mutter fiel dem 54jährigen Sohn eine Eigentumswohnung in sehr guter Stuttgarter Halbhöhenlage zu. Er beschloss, die Immobilie zunächst sanieren zu lassen und anschließend dort einzuziehen. Als dann der Bodenbelag erneuert werden sollte, glaubten weder der Erbe noch die Handwerker ihren Augen: Fein säuberlich und einzeln in Plastikfolie gehüllt, hatte die alte Dame unter dem Laminat zahlreiche 500-Euro-Scheine versteckt. Offensichtlich war ihr dabei ihr mittlerweile ebenfalls verstorbener Mann – ein Hobby-Handwerker – behilflich gewesen.

Schon im Mittelalter wurde Geld versteckt

Wenn es darum geht, Geld und Wertsachen zu verstecken, entwickeln manche Menschen ein erstaunliches Maß an Kreativität. Über 40 Prozent der Bürger im deutschsprachigen Raum bewahren zu Hause höhere Geldbeträge auf – im Schnitt rund 1100 Euro. Und längst nicht immer handelt es sich dabei um Schwarzgeld. Gerade ältere Menschen wollen ihre „eiserne Cash-Reserve“ nicht unbedingt zur Bank bringen.

Mitunter folgt das Horten von Geld in den eigenen vier Wänden auch geradezu archaischen Motiven. Im Mittelalter seien die privaten Geschäftsbanken in erster Linie etwas für die Wohlhabenden in der Stadt gewesen, stellt Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, fest. „Der Bauer auf dem Land musste dagegen kreativ sein… Selbst in der Neuzeit finden sich zum Teil große Geldscheinmengen verborgen hinter der Tapete“.

Einbrecher kennen fast alle Tricks

Bei den meisten Verstecken handelt es sich jedoch um „alte Klassiker“. Ältere Menschen stecken ihr Geld noch immer gern in Kopfkissen oder unter die Matratze. Auch in Teddybären oder Büchern findet man bisweilen Geldreserven. Jüngere Menschen hingegen verwahren – inspiriert von einschlägigen Krimis – ihr Bargeld lieber eingepackt im Tiefkühlfach, im WC-Spülkasten oder in vermeintlichen Ravioli-Dosen. All diese Tricks seien Einbrechen längst bekannt, warnen Sicherheitsexperten und empfehlen stattdessen die bewährten Bankschließfächer.

Manche Verstecke für Preziosen bergen zudem Risiken der ganz besonderen Art. Eine ältere Frankfurterin hatte einen in einer versiegelten Plastikbox befindlichen Diamanten (zwei Karat, lupenrein, Top Wesselton, Wert zwischen 50.000 und 55.000 Euro) unter Einsatz wahrhaft artistischer Kunststücke an die Rückseite ihres hohen Wandschranks geklebt. Im Laufe der Jahre löste sich der Klebesteifen, und die Box mit ihrem kostbaren Inhalt rutschte zwischen Schrank und Wand. Da die alleinstehende Frau niemandem verraten wollte, welche Kostbarkeiten sie zu Hause aufbewahrt, musste sie ihren verschwiegenen Diamantenhändler bitten, an einem Wochenende den schweren Schrank mit schweißtreibender Arbeit nach vorn zu rücken und den kostbaren Stein zu bergen.

Leselink rund ums Geld verstecken:

Webseite der Polizei mit Tipps, die nützlicher sind als jedes angeblich sichere Versteck

Statt Geld verstecken: Das persönliche Tresorfach

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