Von Geldregen und Rettungsschirmen

Von Geldregen und Rettungsschirmen 

Wie wird 2021 – verregnet oder heiter? Wir wissen es nicht. Aber auch Regen hat gute Seiten. Er erhöht angeblich die Arbeitsproduktivität. Und ausserdem kann man sich mit Edel-Schirmen stilvoll schützen.

Regen dürfte in unseren Breiten die unpopulärste Wetterprognose sein – sieht man von drei Ausnahmen einmal ab: Landwirte freuen sich nach langen Trockenperioden auf den herbeigesehnten Niederschlag. Die rund 10 000 Einwohner des indischen Städtchens Cherrapunji wiederum leben an einem der regenreichsten Orte der Welt und gewöhnen sich von klein auf an das Wasser, das vom Himmel fällt. Und drittens ist Regen generell willkommen, sofern es ein warmer Geldregen ist. Dass es sich dabei nicht unbedingt um reines Wunschdenken handelt, wissen wir, seit Milton Friedman Ende der 1960er Jahre erstmals über „Helikoptergeld“ nachdachte.

Geldregen durch Produktivitätsgewinn

Aber auch der Regen, der aus den Wolken und nicht aus einem Füllhorn von Staaten oder Notenbanken fällt, hat offenbar volkswirtschaftliche Relevanz. Jedenfalls, wenn man einer vor einiger Zeit veröffentlichten Studie von Wissenschaftlern der Harvard University und der University of North Carolina glaubt. Sie untersuchten die Produktivität von japanischen Bankangestellten und kamen zu der Erkenntnis, dass die Produktivität der Beschäftigten an Regentagen mit einer Niederschlagsmenge von 2.54 Zentimetern im Schnitt um 1.3 Prozent steigt. Auf eine gesamte Volkswirtschaft hochgerechnet, ergibt sich dadurch ein theoretischer Produktivitätsgewinn in Millionenhöhe.

Da aber der Regen trotzdem unbeliebt ist, schenken wir auch dem Regenschutz nicht allzu viel Aufmerksamkeit. Regenschirme gehören zu den Alltagsgegenständen, die am häufigsten vergessen werden. Ein Grund dafür ist der geringe Wert dieses Regenschutzes. Was viele Zeitgenossen bei Niederschlag über ihren Köpfen entfalten, ist nämlich grösstenteils billige Massenware. Da schmerzt es kaum, wenn ein Schirm im Zug oder im Restaurant zurückbleibt.

Nobel-Schirm als Statussymbol

Früher war das anders; damals galten edle Regenschirme aus kanadischem Ahorn, Perlbambus oder Malacca-Rohr sowie mit Krawattenstoffen oder sogar Seide als Statussymbole. Für das Modell der britischen Nobelmarke Brigg Prince of Wales muss man aktuell mindestens 600 Euro hinblättern. Ein solcher Preis provoziert Verlustängste – mit dem Ergebnis, dass der stolze Besitzer besser auf seinen prestigeträchtigen Regenschirm aufpasst.

Der teuerste Schirm stammt indessen nicht aus britischen oder italienischen Edel-Manufakturen. Es ist und bleibt der Euro-Rettungsschirm aus Brüssel.

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Weshalb schlechtes Wetter zu guter Leistung führen kann (Psychologisches Institut der Universität Zürich)

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