Geldstrafen: Wer nicht hören will, muss zahlen

Geldstrafen: Wer nicht hören will, muss zahlen 

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Höhe und Anlässe von Geldstrafen fielen schon im Mittelalter unterschiedlich aus. Viel hat sich seither nicht geändert.

Wer denkt eigentlich noch an die Fussballweltmeisterschaft? Allenfalls die erfolgreichen Franzosen. Dem englischen Fussballverband dürfte dieses sportliche Grossevent aus einem anderen Grund in Erinnerung geblieben sein. Wegen zweier „nicht autorisierter kommerzieller Markenkennzeichnungen auf Spielerausrüstungsgegenständen“, wie es bei der FIFA heisst, muss der Verband rund 140 000 Franken Bussgeld zahlen. Dabei hätte es noch schlimmer kommen können: Schon das Tragen falscher Socken durch die WM-Spieler wurde mit einer Geldstrafe von bis zu 360 000 Franken geahndet.

Die Höhe von verhängten Geldstrafen und deren Anlässe waren bereits im Mittelalter reichlich kurios. Damals wurden vor allem kleinere Vergehen mit Geldstrafen belegt. Für grössere Sünden mussten die Betreffenden in der Regel hingegen besonders grausame Strafen über sich ergehen lassen. Zur Kasse gebeten wurde man im Mittelalter zum Beispiel für das unerlaubte Sammeln von Brennholz oder die nicht genehmigte Nutzung von Weideland. Die Geldstrafe kam dadurch einer Art Schadenersatz gleich.

Wer den Pfarrer störte, wurde bestraft

Teuer wurde es auch, die geschäftliche Ruhezeit während des Gottesdienstes zu missachten. Ein Bürger der Stadt Hildesheim musste für diesen Frevel laut Stadtchronik im Jahr 1605 immerhin 20 Taler Strafe zahlen. Im Jahr 1717 wagte es ein Wirt gar, während der Predigt des Pfarrers Schnaps auszuschenken. Das brachte ihm eine Geldstrafe von fünf Talern ein.

In Westfalen spielten „Brüchten“, wie Geldstrafen dort genannt wurden, im 16. Jahrhundert ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Sanktionierung von Missetaten. Prügeleien wurden mit drei Gulden und fünfzehn Kreuzern geahndet. Und in manchen Regionen kamen die Täter sogar bei Totschlagsdelikten mit einer Geldstrafe und „Sühnegeld“ an die Hinterbliebenen davon – vorausgesetzt, der Tat lag kein Vorsatz zugrunde.

Bis heute fallen die Bussgelder selbst im eigentlich weithin normierten Europa höchst unterschiedlich aus. Das wissen nicht zuletzt Autofahrer, die mitunter etwas zu schnell unterwegs sind. Wer in Österreich oder Deutschland ein Tempolimit um 20 Stundenkilometer überschreitet, zahlt gemäss ADAC mindestens 30 beziehungsweise 35 Euro, in der Schweiz und Italien 155 bis 170 Euro und in Schweden 250 Euro. Richtig teuer wird das Gasgeben allerdings in Norwegen. Dort wird bei einer Geschwindigkeitsübertretung von 20 Stundenkilometern eine Geldbusse von 375 Euro fällig.

In Hessen kann man „digital büssen“

Wer in Hessen beim Schnellfahren geblitzt wird oder sich anderer Ordnungswidrigkeiten schuldig macht und büssen soll, kann das in vielen Bereichen mittlerweile übrigens dank der Online-Anhörung owi21 ganz digital. Das Bussgeld überweist man dann diskret per Paypal.

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