China: HNW-Anleger in Asien geben sich optimistisch

China: HNW-Anleger in Asien geben sich optimistisch 

Artikel bewerten

Vermögende Anleger in Hongkong und Singapur erwarten eine baldige Einigung im Handelsstreit zwischen China und den USA. Zudem sind sie optimistisch, dass China eine „harte Landung“ vermeiden kann. Das zeigen die Resultate des ersten LGT Asia Investor Sentiment Surveys.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China thront seit Monaten wie eine dunkle Wolke über den Finanzmärkten. Gemäss den High-Net-Worth (HNW)-Anlegern in Singapur und Hongkong, die im Rahmen des ersten LGT Asia Investor Sentiment Surveys im Februar befragt wurden, könnte eine baldige Einigung jedoch in Sicht sein. 42 Prozent der Befragten nehmen an, dass die USA und China bis Mitte Jahr ein Übereinkommen treffen. Gleichzeitig vermuten zwei Drittel, dass der chinesische Yuan in den nächsten zwölf Monaten gegenüber dem US-Dollar nachgeben wird. So könnten gemäss Befragung bald mehr als sieben Yuan nötig sein, um einen Dollar zu erwerben – ein vielleicht gewollter Kursrutsch, wie die Umfrageresultate zeigen.

China will harte Landung vermeiden

Die Mehrheit der befragten vermögenden Anleger in Hongkong und Singapur ist davon überzeugt, dass China bewusst auf eine Abschwächung der eigenen Währung zählt. Und sie könnten damit richtigliegen. Denn China könnte die Wirtschaft mit einer Abschwächung stimulieren bzw. die Auswirkungen der US-Zölle auf chinesische Exporte abfedern. Das ist erstaunlich, denn die amerikanische Regierung hat China bereits mehrmals klar aufgefordert, genau diese Massnahme zu unterlassen.

Betrachtet man neben den aktuellen monetären Anstrengungen die Konjunkturprogramme, die China in der Vergangenheit indiziert hat, spricht noch mehr dafür, dass der Staat bereits alles daransetzt, eine mögliche „harte Landung“ zu vermeiden. Während der globalen Finanzkrise hat China ein Konjunkturprogramm verabschiedet, das 11.5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) ausmachte. In den Jahren 2015/16, zu Zeiten einer konjunkturellen Abschwächung, betrug der fiskalische Impuls rund 5.4 Prozent des BIPs wie Daten von JP Morgan zeigen. Es ist anzunehmen, dass dieser Stimulus in den vergangenen Monaten wieder verstärkt wurde und 2019 etwa 7 Prozent des BIPs ausmachen wird.

Diese Massnahmen zeigen die Tragweite der aktuellen Entwicklungen. Es überrascht deshalb keineswegs, dass 70 Prozent der Umfrageteilnehmer glauben, China könne eine „harte Landung“ vermeiden.

China und USA unter Zugzwang

Für die Finanzmärkte wäre eine baldige Einigung im Handelsstreit genauso wünschenswert wie ein stabiler Wechselkurs des Yuan. Die Prognose der zwei Drittel der Befragten des LGT Asia Investor Sentiment Survey, dass der chinesische Yuan bald die magische Grenze von sieben Yuan zu US-Dollar knackt, können wir nicht bestätigen. Wir gehen jedoch auch nicht davon aus, dass er sich gegenüber dem US-Dollar aufwerten wird. Vielmehr wäre ein in den nächsten Jahren stabiler Wechselkurs wünschenswert, der sowohl die USA als auch China „beruhigt“.

Stabilität und sogar einen Aufschwung für die asiatischen Aktienmärkte erwarten wir nach einer Einigung im Handelsstreit. Die USA verlangt von China jedoch zwei weitreichende Zugeständnisse: Zum einen soll China zukünftig mehr US-Waren kaufen, um das bilaterale Handelsdefizit zu verringern. Zum anderen soll sich China verpflichten, den Schutz der Rechte an geistigem Eigentum zu verbessern, indem es zum Beispiel die erzwungenen Technologietransfers von ausländischen Unternehmen, die in China tätig sind, einstellt. Speziell die Umsetzung dieser Forderung könnte sich ganz klar als Knacknuss herausstellen.

Lange weiter zu diskutieren, daran haben aber weder die USA noch China Interesse. Beide stehen mittlerweile unter Zugzwang. Der Handelsstreit generiert aktuell erhebliche Kosten, sei dies durch verlorene Exportverkäufe aus China oder höhere Kosten, die die US-Amerikaner beim Kauf von chinesischen Waren tragen.

Genauso wie die befragten vermögenden Anleger in Asien sind also auch wir optimistisch: Peking und Washington sollten höchst motiviert sein, den Deal so rasch wie möglich zu besiegeln – dies würde den Finanzmärkten in Asien einen Schub verleihen.

Über den LGT Asia Investor Sentiment Survey
Mit dem LGT Asia Investor Sentiment Survey ermittelt die LGT vierteljährlich ein Stimmungsbild unter den vermögenden Anlegern in Hongkong und Singapur sowie deren Meinung zur Weltwirtschaft und aktuellen Themen an den Finanzmärkten. Die erste Befragung des LGT Asia Investor Sentiment Surveys wurde vom 15. bis 24. Februar 2019 durchgeführt. An der Onlinebefragung haben je 154 vermögende Anleger aus Hongkong und Singapur teilgenommen.

Weitere Resultate des LGT Asia Investor Sentiment Surveys finden Sie unter www.lgt.com/asia.

Es gibt 1 Kommentar zu diesem Artikel
  1. Pingback: Aktienmarkt Asien: Ein Stimmungsbild - LGT Finanzblog

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.