Die Operating Principles for Impact Management – der Marktstandard für positive Wirkung

Die Operating Principles for Impact Management – der Marktstandard für positive Wirkung 

Von ESG-, über SDG- bis zu Impact Investments: Das Angebot an Anlageprodukten zur Finanzierung der UN Nachhaltigkeitsziele nimmt ständig zu. Bei der steigenden Komplexität der Produktlandschaft sollen die „IFC Operating Principles for Impact Management“ sicherstellen, dass das eingesetzte Kapital auch wirklich die gewollte positive Wirkung entfaltet.

Die Zwischenbilanz zur Erreichung der UN Sustainable Development Goals (SDGs) zeigt, dass die bisherigen Ansätze, Massnahmen und Mittel nicht ausreichen, um einen messbaren Beitrag zu den SDGs zu leisten und diese bis 2030 Realität werden zu lassen. Es werden vor allem private Investoren gebraucht, um die nötigen Finanzmittel aufzubringen. Diese sehen sich einem wachsenden Angebot an Finanzprodukten gegenüber, welche Begriffe wie ESG, SDGs, Impact Investing, u.ä. im Namen führen. Neben finanziellen Erträgen sollen auch messbare positive soziale und ökologische Auswirkungen mit diesen Investitionsmöglichkeiten erzielt werden. Für die Investoren ist aber oft nur schwer nachvollziehbar, welche Beziehung zwischen ihrer Investition und den Wirkungszielen besteht, d.h. wie sichergestellt wird, dass die intendierte positive Wirkung durch das bereitgestellte Kapital dann auch effektiv und effizient erzielt wird.

Risiko „Impact-Washing“

Trotz des gestiegenen Interesses der Investoren und der grossen Anzahl an Produkteinführungen mit der Bezeichnung „Impact Investments“, gab es lange keinen allgemein anerkannten Standard für das Management von Impact Investments und die dafür erforderlichen Systeme.

Laut der International Finance Corporation (IFC), der privatwirtschaftlichen und auf Schwellenländer ausgerichteten Einheit der Weltbankgruppe, haben es die Trends in der Vermögensverwaltungsbranche für entsprechende Anbieter immer attraktiver gemacht, den Begriff „Impact“ bei der Vermarktung ihrer Produkte zu verwenden – möglicherweise ohne eine entsprechende, auf positive Wirkung ausgerichtete Anlagestrategie. Dies hat Komplexität und Verwirrung am Markt gestiftet und die klare Unterscheidung zwischen Impact-Investitionen und anderen Formen verantwortungsbewusster Investitionen erschwert.

Ein neuer Marktstandard als Kompass

Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat eine von der IFC geleitete Initiative im Frühjahr 2019 die „Operating Principles for Impact Management“ veröffentlicht – LGT Lightstone war einer der ersten Unterzeichner. Diese Grundsätze sollen eine gemeinsame Arbeitsbasis und einen Marktkonsens über das Management von Impact-Investitionen schaffen und dazu beitragen, diesen Markt zu gestalten und weiterzuentwickeln.

Die Grundsätze wurden in Zusammenarbeit mit Finanzinstitutionen mit Fachwissen im Bereich des Impact-Investment entwickelt. Sie bauen auf bestehenden Standards, Instrumenten und Rahmenwerken im Bereich des Impact-Investments und des breiteren Bereichs der verantwortungsvollen Investitionen auf und ergänzen diese.

Vor allem zwei Ziele sollen mit den Operating Principles erreicht werden: Transparenzschaffung über angewandte Systeme und Prozesse zum „Impact Management“ sowie Schaffung von Glaubwürdigkeit durch externe Verifizierung.

Zur Erreichung dieser Ziele integrieren die Grunsätze „Impact“ in die wichtigsten Phasen des Investitionsprozesses: Strategie, Entstehung und Strukturierung, Portfoliomanagement, Exit und unabhängige Prüfung. Insgesamt werden die neun Prinzipien (siehe Abbildung), die unter diese fünf Hauptelemente fallen, als die wichtigsten Bausteine für ein robustes Wirkungsmanagementsystem angesehen.

Quelle: IFC/World Bank – Investing for Impact: Operating Principles for Impact Management

Die inzwischen fast neunzig Unterzeichner der Operating Principles müssen jährlich berichten, wie sie die Grundsätze umsetzen und ihre Impact-Management-Systeme einer unabhängigen Prüfung unterziehen.
Laut der IFC-Initiative sollten die Grundsätze Vermögenseigentümern und -verwaltern einen Marktstandard für Impact-Investitionen bereitstellen. Ein essentieller Schritt zu mehr Transparenz und Glaubwürdigkeit von Impact-Investitionen – und damit auch zu mehr Kapital, das tatsächlich zur Erreichung der SDGs beiträgt.

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