Impact Investing 2015: Mode oder Stammplatz im Mainstream?

Impact Investing 2015: Mode oder Stammplatz im Mainstream? 

Artikel bewerten

Impact Investing hat sich vom schmucken sozialen Einsprengsel im Portfolio zu einer handfesten Alternative für soziale Investoren entwickelt, die langfristig und nachhaltig kalkulieren. Das Segment ist seinen Kinderschuhen entwachsen und in der «Pubertät» angekommen – einer bewegten Zeit, die für die weitere Entwicklung prägend sein wird. Zum Jahreswechsel, wagen wir eine Standortbestimmung:

Jahresrückblick 2014: Impact Investing kommt im Mainstream an

Das vergangene Jahr brachte für das Impact Investing viele Highlights, die eine zentrale Botschaft verkünden: Impact Investing hat den Durchbruch geschafft; der Neuling unter den sozialverantwortlichen Anlagearten scheint im Mainstream angekommen zu sein. Grosse institutionelle Anleger wie Pensionsfonds, Banken oder Versicherungsgesellschaften nehmen Impact Investments in ihre Portfolios auf, die weltweit circa 50 Milliarden US-Dollar des verwalteten Anlagevolumens ausmachen. Dass Impact Investing mehr Aufmerksamkeit bekommt, liegt sicher auch den prominenten Fürsprechern. Mit der «Social Impact Investment Taskforce» haben beispielsweise die G8-Staaten die Entwicklung des sozialen Impact-Investment-Marktes zur internationalen, politischen Agenda gemacht. Und selbst Papst Franziskus sieht im Impact Investing ein probates Mittel, die weltlichen Probleme im sozialen und ökologischen Bereich wirksam zu lösen. Erst im Juni fand in Rom die Konferenz «Investing for the Poor: How Impact Investing Can Serve the Common Good in Light of Evangelii Gaudium» statt.

Vergängliche Modeerscheinung oder fester Stammplatz im Mainstream?

Kein Zweifel: Impact Investing ist zum Trend geworden, auf den immer mehr Investoren aufspringen. Der Weg in den Mainstream ist geschafft. Doch findet das Impact Investing dort auch einen Stammplatz? Oder droht das Schicksal einer vergänglichen Modeerscheinung, die schon als «out» gilt, noch bevor sie ihr volles Potential entfalten konnte? Die krisengebeutelten Anleger fangen schon an, einen Hype zu wittern, der viel verspricht und wenig hält – wie bei den vielen geplatzten Blasen in der Vergangenheit.

Ausblick 2015: Rezepte für eine gesunde Konsolidierung

Die Skepsis ist berechtigt – und gesund! Sie hilft, Impact Investing als das zu sehen, was es ist: Eine vielversprechende Anlageart, die mitten in der Pubertät steckt und damit einhergehende Risiken birgt. Um diese zu minimieren, sind die Impact Investoren gut beraten, ihre Energie in 2015 vor allem auf die Baustellen im Fundament ihres Sektors zu konzentrieren. Das heisst einerseits, die Investment-Praktiken flächendeckend professionalisieren, Risikoprofile und Methoden der Wirkungsmessung transparent machen sowie die Pipeline von wirkungsvollen Investitionsobjekten ausbauen. Andererseits heisst es, realistische Erwartungen an finanzielle und soziale Renditen zu setzen. Dazu gehört aber auch, mehr Geduld und Risikotoleranz mitzubringen, gerade wenn man als Impact Investor in Entwicklungs- und Schwellenländern langfristigen sozialen Wandel bewirken will. Bewahren die Impact Investoren ihre nachhaltige Gesinnung, auch was das Wachstum des eigenen Sektors anbelangt, stehen die Zeichen gut, dass sie sich im Mainstream des Investments etablieren – jenseits aktueller Modeerscheinungen.

Es gibt 2 Kommentare zu diesem Artikel
  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 12. Januar 2015 | Die Börsenblogger

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.