Impact Investing: Der Exot kommt im Mainstream an

Impact Investing: Der Exot kommt im Mainstream an 

Gutes tun und dabei Geld erwirtschaften – dafür steht das sogenannte «Impact Investing». Die institutionellen Investoren und traditionellen Anleger haben jedoch lange gezögert, diese soziale Form des Investierens in ihren Reihen zu verankern. Zu gross war die Skepsis in der Frühphase des Sektors; zu verheissungsvoll klang das Versprechen, gleichzeitig finanziellen und gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen. Doch mittlerweile hat Impact Investing seinen Exoten-Status am Rand der Investitionslandkarte verlassen und ist in der Mitte des Investitions-Mainstreams angekommen.

Institutionelle Investoren legen Milliarden US-Dollar in Impact Investments an

Das belegt eine gemeinsame Studie des Finanzdienstleisters J.P. Morgan und des Global Impact Investing Network (GIIN), die Anfang Mai diesen Jahres veröffentlich wurde. Knapp die Hälfte der befragten Impact Investoren gehören zu den institutionellen Investoren, allen voran Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften und Banken. 2013 lancierte beispielsweise die AXA Gruppe eine Impact-Investing-Initiative mit einem Volumen von 150 Millionen Euro. Die 125 befragten Impact Investoren verwalteten 2013 über 46 Milliarden US-Dollar und legten 10,6 Milliarden US-Dollar weltweit an – Tendenz stark steigend.

Das steigende Interesse der institutionellen Anleger leitet eine Trendwende in der Marktentwicklung des Impact-Investing-Sektors ein. Zum einen stehen neue Kapitalquellen zur Verfügung; zum anderen ist die Akzeptanz der Anleger ein Zeichen dafür, dass anfängliche Barrieren – wie die Intransparenz des Marktes oder das Risikoprofil der Investitionen – allmählich verschwinden.

Zur richtigen Zeit – aber am falschen Ort?

Doch auch der verheissungsvolle Boom des sozialen Investierens hat seine Schattenseiten: Der Grossteil der Anleger investiert laut Studie in bekannte Geschäftsmodelle, besser entwickelte Regionen und Unternehmen, die sich bereits in einer späteren Wachstumsphase befinden und eine erwiesene Erfolgsgeschichte aufweisen. Die Folge: Junge Unternehmen, die zwar ein vielversprechendes Business-Modell, aber keine Investoren mit grösserer Risikoaffinität finden, scheitern häufig. Ihr Ausfall trifft Entwicklungsregionen mit gravierenden sozialen oder ökologischen Missständen umso heftiger, weil dort ein Grossteil der Bevölkerung in Armut lebt und auf bezahlbare Produkte und Dienstleistungen von Sozialunternehmen angewiesen ist.

Südostasien ist eine der Regionen, die ein schwach ausgebildetes Ökosystem für Impact Investments hat und somit nur wenige Anleger anzieht. Um diese Situation zu verbessern, hat LGT Venture Philanthropy 2011 das sogenannte «Accelerator Program» lanciert. Wir unterstützen mit diesem Programm vielversprechende Unternehmen in einer sehr jungen Wachstumsphase, bauen ein Netzwerk aus lokalen Partnern auf, schaffen Markttransparenz und ziehen somit weitere Investoren an.

In Zukunft: Mehr Impact vom Investment!

Damit Impact Investing auch bei der positiven Wirkungsentfaltung zum Mainstream wird, müssen auch jene Unternehmen und Organisationen unterstützt werden, die zwar wirkungsvolle Modelle haben, sich aber in einer frühen Wachstumsphase befinden. Geld allein hilft jungen Unternehmen nicht, die nächste Wachstumsstufe zu erreichen und somit für Investoren an Attraktivität zu gewinnen. Die Gemeinschaft der Impact Investoren steht vor der Aufgabe, Wege zu entwickeln, wie die verfügbaren Ressourcen in Form von Geld, Wissen und Kontakten so eingesetzt werden können, dass alle wirkungsvollen, vielversprechenden Modelle – unabhängig von der Finanzierungsart, Wachstumsphase und Standort – Unterstützung finden. Die Zusammenarbeit in der Social Impact Investment Taskforce* der G8 leistet hierzu einen entscheidenden Beitrag.

 

*Im Juni 2013 lancierte der britische Premierminister David Cameron die Taskforce als G8-Initiative, die Regierungsmitglieder mit führenden Akteuren aus dem zweiten und dritten Sektor zusammenbringt, um gemeinsam die globale Entwicklung des Impact-Investing-Marktes voranzutreiben. LGT Venture Philanthropy ist ein Mitglied der Taskforce.

Es gibt 2 Kommentare zu diesem Artikel
  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 28. Mai 2014 | Die Börsenblogger
  2. Pingback: Impact Investing 2015: Mode oder Stammplatz im Mainstream? « LGT Finanzblog

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