„In Geld schwimmen“: Hämatome statt Rendite

„In Geld schwimmen“: Hämatome statt Rendite 

Wer träumt nicht davon, wie Dagobert Duck „in Geld zu schwimmen“? Doch dieses Sprichwort soll auch zur Vorsicht mahnen: Wer schwimmt, muss auf Risiken achten.

Der Sprung in den See, ins salzige Meerwasser oder einfach ein paar Bahnen im Hotelpool – das verschafft an heissen Tagen willkommene Abkühlung und verleiht dem Begriff „Sommerfrische“ häufig erst seine Berechtigung. Und so mancher mag an entspannten Urlaubstagen davon träumen, wie schön es doch wäre, sprichwörtlich „in Geld zu schwimmen“, so wie Dagobert Duck. Dass ein Sprung in einen Pool mit Münzen allerdings kein Vergnügen, sondern höchstens Hämatome verursachen würde, spielt bei dieser Fantasie keine Rolle.

Im Strudel der Liquidität

In Geld schwimmen zu können, ist für die meisten Menschen eine sehr angenehme Vorstellung. Die Konnotation dieses Sprichworts ist also – nicht zuletzt dank des Enten-Milliardärs Dagobert Duck – zunächst einmal eine positive. Doch wer schwimmt, ist auch Gefahren ausgesetzt. Kann in Strudel geraten, das Ufer aus den Augen verlieren und im schlimmsten Fall sogar ertrinken. Insofern hat das Sprichwort „in Geld schwimmen“ auch eine mahnende Botschaft: Selbst im Wohlstand sollte man nicht übermütig werden und auf Risiken achten.

Mit dem Schwimmen im Geld ist das eben wie mit der sprachlich verwandten Liquidität. Ist zu wenig vorhanden, sitzt man bald buchstäblich auf dem Trockenen, und das imaginäre Kraulen wird schnell zu einer Art Trockenübung. Fliesst hingegen zu viel Liquidität in den „Pool“, ohne dass sie entsprechend kanalisiert wird, kommt es gleichsam zu einer „Überschwemmung“ und die Liquidität versickert.

Das private Schwimmbad im Haus

In Geld zu schwimmen – dieses Sprichwort stellt zwar in der Regel die Assoziation zu Dagobert Duck her, doch in den Wirtschaftswunderjahren nach dem Zweiten Weltkrieg hatte es vor allem in den deutschen Ruhrgebietsstädten noch einen anderen Bezug: Weil es damals nur wenige öffentliche Schwimmbäder und erst recht keine Wassertempel zur Wellnessförderung gab, liess sich so manche wohlhabende Familie in den 1960er Jahren ihr privates Schwimmbad ins Haus bauen, oder aber ein vorhandener Pool im Garten wurde kurzerhand zum privaten Hallenbad umfunktioniert. Vor gut zwei Jahren vermittelte die Fotoausstellung „Schwimmen in Geld“ in Dortmund einen Eindruck davon, wie luxuriös es in manchen privaten Schwimmbädern zuging. Und da ein Hallenbad im eigenen Haus schon damals eine recht aufwändige Investition war, hiess es im Volksmund, der wohlhabende Immobilien-Eigentümer bade oder schwimme buchstäblich in Geld. Ob ihm das freilich ein Dagobert Duck-Gefühl vermittelte, ist nicht überliefert.

Leselinks
Bericht über die Fotoausstellung „Schwimmen in Geld“
Dagobert Duck zum 60. Geburtstag

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