Kundenvertrauen

Kundenvertrauen 

Wer weiss mehr – Bankkunde oder Berater? Beinahe die Hälfte der vermögenden Anleger schätzen ihr Wissen in Anlagethemen gleich gut ein wie das ihres Beraters – trotzdem sind sie mit der Leistung ihrer Berater zufrieden. Das ist eines der Ergebnisse unseres LGT Private Banking Reports.

Die Finanzmärkte sind eine Wissenschaft für sich. Im Gewirr der Anlagevehikel und nicht vorhersehbarer, volatiler Börsen den Durch- und Überblick zu behalten, ist für Privatanleger oft schwierig. Die im Rahmen des LGT Private Banking Report 2016 befragten vermögenden Privatanleger haben aber offenbar nicht nur Basiskenntnisse, sondern beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Geldanlage. Denn mit Werten zwischen 40 und 50 Prozent ist ein durchaus bedeutender Teil der Befragten der Ansicht, dass ihr Kundenberater – der im allgemeinen Verständnis ja als Experte in Sachen Geldanlagen gilt – in diesem Bereich nicht über mehr Wissen verfügt als sie selbst. Besonders die deutschen Studienteilnehmer schätzen ihr Wissen in Anlagethemen hoch ein – signifikant höher als Schweizer und Österreicher.

Wissen über Anlagethemen (Ländervergleich)

Dementsprechend verwundert es nicht, dass zwischen 40 und 60 Prozent der Befragten angeben, ihre Anlageentscheidungen bisweilen auch ohne ihren Kundenberater zu treffen. Das heisst aber nicht, dass vermögende Anleger grundsätzlich nichts von ihrem Berater halten – im Gegenteil. Die Beurteilungen über die Kundenberater fallen äusserst positiv aus – und zwar in allen Bereichen, sei es bei der Sympathie, der fachlichen Kompetenz oder der Frage, ob der Berater die Bedürfnisse des Kunden versteht. Rund 70 Prozent der Befragten sind mit ihrem Kundenberater zufrieden. Zwischen 43 und 49 Prozent sind sogar begeistert.

Beurteilung des Kundenberaters (Ländervergleich)

13 Prozent der Schweizer, 19 Prozent der Österreicher und 9 Prozent der Deutschen stehen ihrem Kundenberater so nahe, dass sie bei einem Wechsel ihres Beraters mit zur neuen Bank gehen würden. Das daraus errechnete sogenannte Money-at-risk, das die Wahrscheinlichkeit des Wechselns mit dem Anteil des abgezogenen Vermögens multiplikativ verbindet, beläuft sich in der Schweiz auf 7 Prozent, in Österreich auf 10 und in Deutschland auf 9 Prozent.

Was Kunden von ihrer Beratung erwarten, überrascht wenig: Das wichtigste Beratungsbedürfnis ist und bleibt das Erzielen einer besseren Anlagerendite, gefolgt von einer Beratung, die Diskretion gewährleistet und einer transparenten und nachvollziehbaren Beratung. Ernüchternd für die Banken: In den Augen ihrer Kunden wird dieses Perfomance-Bedürfnis eher unzureichend erfüllt. Hier besteht Verbesserungspotenzial. Sonst könnten die Kunden auf die Idee kommen, ihre Anlageentscheidungen – obwohl sie die Leistung ihres Beraters ja grundsätzlich schätzen – künftig noch autonomer zu tätigen und ihren Berater noch weniger einzubeziehen.

Der LGT Private Banking Report 2016 ist im Juni erschienen. An dieser Stelle beleuchte ich diverse Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Report. Weitere Informationen zu unserer Anlegerstudie finden Sie auf unserer Internetseite.

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