LGT Anlegerstudie: Mutlos und unsicher

LGT Anlegerstudie: Mutlos und unsicher 

Artikel bewerten

Obwohl Cashanlagen derzeit keine oder gar negative Renditen erzielen, halten Privatanleger hohe Bargeldbestände. Dies zeigen die Ergebnisse des LGT Private Banking Report 2016 – einer repräsentativen Studie zum Anlageverhalten vermögender Privatpersonen.

Bei der derzeitigen Zinssituation kann man mit hohen Liquiditätsbeständen keine grossen Renditesprünge machen – für diese Erkenntnis braucht man kein Anlagespezialist oder Rechenkünstler zu sein. Trotzdem agieren Schweizer, österreichische und deutsche Private-Banking-Kunden vorsichtig und risikoscheu, sie halten 30 bis 40 Prozent ihres Vermögens in Cash.

Wie Abbildung 1 zeigt, setzen Private-Banking-Kunden in ihrer Vermögenszusammensetzung vor allem auf die drei klassischen Anlageformen Cash, Aktien und Anleihen. Obwohl Rohstoffe oder alternative Anlagen (Private Equity und Hedge-Fonds) Diversifizierungsvorteile bieten und zusätzliche Renditequellen erschliessen, fristen diese Anlageklassen ein Schattendasein. Nur deutsche Anleger stehen diesen beiden Investmentmöglichkeiten ein klein wenig aufgeschlossener gegenüber. Mit fünf Prozent Rohstoffen und neun Prozent alternativen Anlagen halten Deutsche hier signifikant höhere Quoten als ihre Nachbarn aus der Schweiz und aus Österreich.

LGT_PBR2016_Abb_01_blog

 

«Private Equity und Hedge-Fonds sind schwer verständlich»

Ein Grund für die Zurückhaltung bei alternativen Anlagen könnte darin liegen, dass Privatkunden diese Anlageklasse nicht verstehen. Ein Grossteil der im Rahmen des LGT Private Banking Report Befragten sagt, dass sie sich mit Hedge-Fonds und Private Equity nicht gut auskennen und dass diese Anlageprodukte nur schwer verständlich sind (Abbildung 2). Dabei sind zwischen 25 und 42 Prozent der Ansicht, dass sich Hedge-Fonds und Private Equity unabhängig von Aktienmärkten und anderen Anlagekategorien entwickeln. Genau aus diesem Grund werden diese alternativen Anlagekategorien von Fachleuten empfohlen. Trotzdem finden nur zwischen 14 und 18 Prozent der Befragten, dass ihre Bank diese Anlageprodukte unbedingt im Angebot haben sollte.

LGT_PBR2016_Abb_04_blog

 

Nur bedingt raus aus Cash

Immerhin: Ein wenig Bewegung möchten einige Private-Banking-Kunden in den nächsten Monaten in ihre Portfolios doch noch bringen. Vor allem diejenigen Befragten, die noch sehr hohe Bargeldbestände halten, möchten ihren Cash-Anteil im Jahr 2016 reduzieren. Allerdings sagen auch mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer, dass sie die Bargeldbestände gleich halten oder sogar aufstocken möchten.

LGT_PBR2016_Abb_08_blog

Bleibt zu hoffen, dass die Anleger durch die jüngsten heftigen Turbulenzen an den Finanzmärkten, ausgelöst durch den Brexit, nicht noch mehr verunsichert werden. Denn eines ist klar: Mit Cash das Vermögen zu erhalten oder gar zu vermehren ist mehr als schwierig. Nur durch eine breite Streuung der Gelder auf verschiedene Anlageklassen, Regionen und Währungen können Anleger überhaupt eine Rendite erwirtschaften. Und um langfristig erfolgreich anzulegen und eine zufriedenstellende Rendite zu erwirtschaften, führt an einer professionellen strategischen Vermögensaufteilung basierend auf den individuellen Anlagezielen und dem persönlichen Anlagehorizont kein Weg vorbei.

Der LGT Private Banking Report 2016 ist im Juni erschienen. In den kommenden Wochen und Monaten werde ich an dieser Stelle weitere Ergebnisse der Studie beleuchten.

Es gibt 2 Kommentare zu diesem Artikel
  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 1. Juli 2016 | Die Börsenblogger
  2. Pingback: Artikel über Wirtschaft und Devisen 3. Juli | Pipsologie

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.