Managed Futures – Nur eine Rettungsboje bei Seenot? 

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Wer kennt es nicht – sei es nun aus Filmen oder womöglich aus eigener Erfahrung: Sie befinden sich auf offener See und ein Unwetter zieht auf… Mit anderen Worten – Sie sind einem (Extrem-) Risiko ausgesetzt.

Projizieren wir dieses Bild auf die Finanzmärkte: Ihr Geld arbeitet seit 2006 erfolgreich an den Finanzmärkten (putting cash to work). Sie halten rund 60 Prozent Ihres Vermögens in Aktien und 40 Prozent in Anleihen – ein klassisches, einfaches Portfolio. Nun zieht der Sturm auf, wir befinden uns im Jahre 2008 – die Finanzkrise. Die Werte Ihrer Aktien rutschen ins Bodenlose, die Anleihen halten etwas dagegen – können aber Ihre Verluste nicht ausgleichen.
Wäre es jetzt nicht von Vorteil, eine weitere Komponente im Portfolio zu haben, welche sich gegen die Verluste Ihrer Aktien stemmt? Eine Boje, die heftige Ausschläge vor allem nach unten ausbalancieren kann? Mit anderen Worten: Sie suchen ein Investment, welches negativ mit Ihrem Aktienkorb korreliert ist, wenn die Aktienmärkte fallen, jedoch positiv, wenn es wieder aufwärts geht. Eine solche Charaktereigenschaft weisen u.a. Managed-Futures-Strategien historisch auf (auch Commodity Trading Advisors oder kurz CTA genannt). Managed Futures sind meist regelbasierte Strategien, welche sich an Trends in den unterschiedlichsten Märkten orientieren (egal ob aufwärts oder abwärts). Sie können durch unterschiedliche Ereignisse in sämtlichen Märkten erfolgen. Ein solcher Herdentrieb der Anleger kann durch rationale Informationsverarbeitung auftreten, jedoch auch durch emotionales Verhalten oder Gewohnheiten ausgelöst werden (Stichwort: Behavioural Finance).

Durch eine Beimischung solch diversifizierender Investitionen können Sie mehrere positive Attribute in Ihrem Portfolio setzen:

  • Sie eröffnen neue Ertragsquellen (Eichhörnchenprinzip)
  • Sie können Ihre Portfolioschwankung (Volatilität) senken
  • Sie vermindern Extremverluste

Anhand eines praktischen Beispiels können diese Effekte mit Zahlen belegt werden (Quelle: interne Berechnung, 2000 – 4/2013):

Nehmen wir ein etwas konservativeres USD Portfolio als das oben erwähnte, es besteht aus:

60% Anleihen (Govt Bond Index)
40% Aktien (MSCIW Priced Hedged)

Investiert seit Januar 2000, mit folgenden Kennzahlen:

Erträge:
Jährliche Rendite: +3.5%
Ertrag 2000 – 4/2013: +53.6%

Risikokennzahlen:
Standardabweichung pro Jahr: 5.5%
Maximaler Verlust: -20.1%

Nun mischen wir 5 Prozent von Managed-Future-Strategien hinzu und reduzieren die Aktienquote um diese Quote:

60% Anleihen (Govt Bond Index)
35% Aktien (MSCIW Priced Hedged)
5% Managed Futures (CTA FoF)

Die gleichen Kennzahlen wie im Ausgangsportfolio haben sich folgendermassen verändert:

Erträge:
Jährliche Rendite: +3.9%
Ertrag 2000 – 4/2013: +60.9%

Risikokennzahlen:
Standardabweichung pro Jahr: 4.8%
Maximaler Verlust: -16.3%

Mit andern Worten: Mit einer Allokation von «nur» 5 Prozent zu Managed-Future-Strategien bauen Sie ein robusteres, stabileres Portfolio. Mit dieser Diversifikationskomponente können Sie im erwähnten Beispiel nicht nur eine leicht höhere Rendite bei geringerem Risiko erreichen, sondern senken ebenfalls signifikant den maximalen Verlust über den Betrachtungszeitraum. Somit sind Sie auch besser gerüstet für den nächsten Sturm.

Hinweis:
Die in diesem Beitrag publizierten Informationen und Meinungen dienen nicht der Anlageberatung und stellen in keiner Weise eine Beratung in rechtlichen, steuerlichen, wirtschaftlichen oder sonstigen Belangen dar. Sie sind als Entscheidungsgrundlage ungeeignet. Bevor Sie sich zu einer konkreten Handlung entscheiden, sollten Sie sich durch einen hierfür qualifizierten Experten beraten lassen.

Es gibt 1 Kommentar zu diesem Artikel
  1. Pingback: Licht in die Blackbox der Hedge Funds – Führen Managed Accounts zu einer Win-Win-Situation? « LGT Finanzblog

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