Marktausblick: „Buy the correction and sell the rally“

Marktausblick: „Buy the correction and sell the rally“ 

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An sich sind die Aussichten für die Weltkonjunktur gut, doch die drohenden Handelskriege werfen ihre Schatten voraus. Der kurze Frühling der wirtschaftlichen Erholung könnte schnell in den Herbst wirtschaftspolitischer Krisen übergehen.

Das Thema „Handelskrieg“ belastet weiter die Finanzmärkte. Zwar hat sich der S&P 500-Aktienindex zuletzt recht deutlich erholt, doch der diesjährige Kursgewinn (rund 3.8 Prozent) macht nur rund ein Fünftel des Unternehmensgewinnwachstums aus. So ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis Anfang des Jahres deutlich eingebrochen – und hat sich seitdem nicht erholt. Die europäischen, asiatischen und lateinamerikanischen Börsen weisen seit Jahresbeginn Verluste auf. Die Schwellenländer und ihre Währungen wurden besonders hart getroffen.

Konjunktureller Realismus: Konjunktur ist, was die Weltpolitik ihr gestattet

Trotz brummender US-Weltwirtschaft und einer freundlichen Weltkonjunktur betrachten die Anleger diese Gewinne als vorübergehend. Solange die US-Regierung die in weiten Teilen durchaus sinnvolle Adjustierung der Welthandelsregeln mit der Hauruck-Methode eskaliert und damit Gegenzölle provoziert, müssen Unternehmen mit Abstrichen an ihren bisherigen Geschäftsaussichten rechnen. Mit der Zeit werden die durch die Zölle verursachten höheren Kosten auch die Konsumentenebene erreichen. Die Anleger zweifeln also zu Recht an den Aussichten der Märkte.

Antizyklische Flexibilität: Gehen, wenn die Party am schönsten ist

In diesem Umfeld bleiben wir bei unserer im letzten Beitrag beschriebenen Anlagestrategie (breite Diversifikation, ein nur moderates Aktienübergewicht und sehr hohe Cash Reserven). Wichtig ist allerdings der bereits damals betonte Punkt der antizyklischen „Flexibilität“ – bei Schwäche kaufen, bei Stärke verkaufen. Konkret hielt ich in meinem Blogartikel im April fest, dass das damalige Niveau (rund 2650 Punkte im S&P 500) wahrscheinlich einen guten Einstiegspunkt darstellte. Tatsächlich notiert der US-Index heute knapp 5 Prozent höher. Weltweit haben die Schwellenländer bisher klar enttäuscht, doch in Europa und Japan ging die Rechnung ebenfalls auf, wenn auch mit gemischteren Ergebnissen (Europe Stoxx +1.4%, Nikkei 225 +1.1%).

Nun hat in Vorfreude auf die beginnende Unternehmensberichtssaison vor einigen Tagen eine globale Börsenerholung eingesetzt. Konsequenterweise muss ich heute daher hinzufügen, dass damit voraussichtlich auch die Zeit für Verkäufe naht. Das Handelskriegsthema dürfte das an sich positive Börsenumfeld leider immer wieder eintrüben.

Grafik: Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500
Marktausblick

LGT Beacon
Der LGT Beacon bietet Ihnen einen umfassenden Überblick als auch Ausblick zu den wichtigsten Finanzmärkten. Die Publikation erscheint regelmässig als globaler Marktkommentar.

 

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  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 13. Juli 2018 | marktEINBLICKE

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