Da ist Musik drin: Von Noten und Banknoten

Da ist Musik drin: Von Noten und Banknoten 

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Mit erfolgreichen Pop- und Rocksongs kann man viel Geld verdienen. In den Texten aber spielt Geld selten eine Rolle. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Ein Song geriet sogar zum Protest gegen den allzu gierigen Fiskus.

Björn Ulvaeus gilt als einer der Protagonisten der einflussreichen Anti-Cash-Bewegung in Schweden. Schon seit Jahren kämpft der ehemalige ABBA-Sänger und Songwriter gegen das Bargeld. Dabei gab es Zeiten, da hatten er und die anderen drei Mitglieder des einstmals höchst erfolgreichen Pop-Quartetts gegen die Sinfonie der klingenden Münzen vermutlich nichts einzuwenden. Doch während Benni, Anni-Frid, Agneta und Björn zu Spitzenverdienern in der internationalen Musikszene aufstiegen, entdeckte Björn schon früh sein Herz für Schlechterverdienende und textete Mitte der 1970er Jahre den Song «Money, Money, Money». Voller Empathie trällerte ABBA die Hymne des kleinen Mannes (und der kleinen Frau): «I work all night, I work all day to pay the bills I have to pay… That’s too bad». Wer mag da schon widersprechen?

Wenn Geld in den Texten von Rock und Pop überhaupt eine Rolle spielt, dann meist in Form einer verbrämten Kapitalismus-Kritik. Mit Noten gegen Banknoten, mit Musik gegen den Mammon. Doch es gab bemerkenswerte Ausnahmen – mal fast schon rebellisch, mal mit augenzwinkernder Selbstironie.

Der Leadgitarrist George Harrison von den Beatles etwa komponierte mit «Taxman» einen Song, der die Steuerpolitik der damaligen britischen Regierung von Harold Wilson ins Visier nahm, um später festzustellen, dass dieser Titel wohl ewig aktuell bleiben würde: «There’s always a taxman», soll Harrison einmal gesagt haben.

Im Mittelpunkt einer anderen Anekdote steht Mark Knopfler – Kopf, Komponist und Sänger der Dire Straits. Er soll in einem Plattenladen ein erregtes Gespräch zwischen zwei Arbeitern belauscht haben, die sich darüber empörten, wie leicht die Grössen des Musikgeschäfts Millionen scheffelten. Mit einem hohen Mass an Selbstironie griff Knopfler diese Kritik auf und komponierte den Song «Money for nothing». Es sollte der grösste Erfolg der Dire Straits werden.

Die US-Punk- und Rockmusikerin Patti Smith berichtete uns in «Free Money» auf ihrem 1975 erschienenen Album von ihrer Mutter, die sich angeblich nichts sehnlichster wünschte, als einen Hauptgewinn im Lotto. Mit dem Gewinn wurde es nichts, wohl vor allem deshalb, weil die Mutter niemals Lotto spielte. Dafür klingelte bei der ebenso erfolg- wie phantasiereichen Tochter die Kasse.

Ein eher pragmatisches Verhältnis zum Geld liess die deutsche Musikgruppe «Die Prinzen» mit ihrem Song «Millionär» erkennen («Ich wär’ so gerne Millionär, dann wär’ mein Konto niemals leer,… Geld, Geld, Geld, Geld»). Von diesem Zustand der pekuniären Glückseligkeit dürfte die aus Leipzig stammende Gruppe schon lange nicht mehr entfernt sein. Immerhin gehört sie mit rund sechs Millionen verkaufen Tonträgern zu den erfolgreichsten deutschen Bands.

Und die US-Sängerin Cyndi Lauper röhrte in den 1980ern nicht nur die Feststellung «Girls just want to have fun» von den Bühnen in alle Welt, sondern eben auch die Erkenntnis: «Money Changes Everything». Auch dies eine zeitlos gültige Aussage.

Leselinks:

Bildlegende: Die ABBA-Wachsfiguren bei Madame Tussauds Wien, Februar 2013. By Danny15 (Own work) CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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