Nach allen Regeln der schwarzen Kunst, oder: Papier bringt Fälscher zu Fall

Nach allen Regeln der schwarzen Kunst, oder: Papier bringt Fälscher zu Fall 

Artikel bewerten

Geld kann man sich erarbeiten, stehlen – oder aber fälschen. High-Tech-Druckverfahren sorgen dafür, dass Letzteres nicht allzu oft gelingt.

Falschmünzerei setzt viele Talente voraus, und nur allzu oft endet sie hinter Gittern. Das liegt nicht nur an den Talenten der Gesetzeshüter, sondern massgeblich an jenen der Orell Füssli Security Printing ltd., einer Tochterfirma des bekannten Zürcher Buchverlags. Orell Füssli druckt nämlich die fälschungssichersten Papiere der Schweiz, die Banknoten in den Werten 10, 20, 50, 100, 200 und 1000 Franken sowie Banknoten für andere Staaten.

Die heutigen Schweizer Banknoten werden als die sichersten der Welt betrachtet. Sie weisen insgesamt 18 Sicherheitsmerkmale auf, die dazu angetan sind, jeden Fälscher zur Verzweiflung zu treiben. Auf der Vorderseite wird oben links der Notenwert als Wasserzeichen sowie in schimmernder Transparenzfarbe aufgedruckt, der nur dann gut sichtbar wird, wenn das Licht in einem bestimmten Winkel darauf fällt. Ein drittes Mal wird der Zahlenwert in Kupferdruck angebracht, der beim Abreiben eine sichtbare Spur hinterlässt. Ein viertes Mal findet sich der Wert in Form einer feinen Lochung, ein fünftes Mal – Mitte links – wechselt die aufgedruckte «Chamäleonzahl» mit dem Lichteinfall die Farbe. Etwas darunter wird der Notenwert zwei weitere Male so aufgedruckt, dass er in UV-Licht links dunkel, rechts dagegen hell erscheint. Unten links schliesslich ist der Wert in metallisierter Form und noch einmal so angebracht, dass er nur auf Augenhöhe und in einem extrem flachen Winkel erkennbar ist.

Oben rechts wird das Porträt der Persönlichkeit, dem die entsprechende Banknote gewidmet ist, als Wasserzeichen wiederholt. Die darunter liegenden haarfeinen Linien wechseln die Farbe, von Linie zu Linie sowie in ihrem Verlauf. In der Notenmitte liegen zwei sogenannte Kinegramme aus einer silbern glänzenden Spezialfolie (für jeden Notenwert in einer anderen Form), auf denen sich der Notenwert zu bewegen scheint. Zwei kleinere Kinegramme zeigen Schweizerkreuze und ein Monogramm des Nationalbank-Kürzels SNB und BNS. Unten ist schliesslich ein für jeden Notenwert unterschiedliches, tastbares Symbol für Blinde eingeprägt.

Auf beiden Seiten der Banknote sind zwei unterschiedlich grosse Schweizerkreuze angebracht, die bei Durchsicht die Silhouette eines dritten erkennen lassen. Vorder- und Rückseite zeigen ausserdem einen kurzen Text über die porträtierte Persönlichkeit in winzigen Buchstaben, der ohne Lupe nicht zu lesen ist. An zwei Stellen der Notenrückseite findet sich die aus Zahlen und Buchstaben bestehende Seriennummer, und im unteren Drittel schliesslich ist ein Metallfaden ins Papier eingearbeitet, der in regelmässigen Abständen an die Oberfläche tritt.

Wer sich von all diesen High-Tech-Sicherheitsmerkmalen nicht beirren (und erwischen) lässt, der wird laut Art. 240 des schweizerischen bzw. Art. 232 des liechtensteinischen Strafgesetzbuches mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bestraft.

Leselinks:

Es gibt 3 Kommentare zu diesem Artikel
  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 22. Juli 2014 | Die Börsenblogger
  2. Pingback: Der Weg in den Reichtum oder den Kessel mit siedendem Öl « LGT Finanzblog
  3. Pingback: Vom Gauner zum Volkshelden: Die 20-Räppler des Falschmünzers Farinet « LGT Finanzblog

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.