Nachhaltige Geldanlagen: Kann man den Planeten profitabel retten?

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Jeder kann durch „grüne“ Konsum-Entscheidungen einen Beitrag zum Erreichen der UNO-Nachhaltigkeitsziele leisten. Dabei legen nun immer mehr Menschen auch Wert auf einen nachhaltigen Lebensstil wenn’s um die Geldanlage geht. Können wir über das Gesetz von Angebot und Nachfrage tatsächlich die Finanzindustrie positiv beeinflussen? Und bleiben Profite dabei notgedrungen auf der Strecke?

Vor anderthalb Jahren haben die Vereinten Nationen die 17 Nachhaltigkeitsziele, kurz „SDGs“, verabschiedet. Die internationale Gemeinschaft hatte allen Grund zu feiern: Nie zuvor setzten sich so viele Staaten so rigorose Ziele zur Erhaltung unseres Planeten. Inzwischen ist die Begeisterung der pragmatischen Ernüchterung gewichen: Wie sollen die Ziele ohne klare Durchsetzungsinstrumente jemals erreicht werden?

In der Menge liegt die Kraft

Politik und Wirtschaft tragen in der Umsetzung der SDGs grosse Verantwortung, doch ihre Mittel sind begrenzt. Auch das beste Gesetz und der gut gemeinte Nachhaltigkeitskodex können nur wirksam werden, wenn der Wähler bzw. der Kunde mitspielt. Im Hinblick auf die SDGs wird die Verantwortung jedes Einzelnen daher auch von der UNO stark betont. Unsere kollektive Macht als Konsumenten bietet eine Möglichkeit, die Zukunft aktiv mitzugestalten: Denn jeder ausgegebene Franken ist eine Stimme für oder gegen eine nachhaltigere Ausrichtung. Dies gilt nicht nur für das Bio-Obst im Supermarkt, sondern auch für die Finanzbranche. Und in der Tat lässt sich ein Trend beobachten: Die Bertelsmann Stiftung stellte fest, dass sich die Nachfrage nach Finanzprodukten, die neben einer Rendite für die Anleger auch gesellschaftlich, sozial oder ökologisch positive Wirkung versprechen, zwischen 2014 und 2016 verdreifacht hat. Entsprechend wächst auch das Angebot. Das Forum Nachhaltige Geldanlagen und die Swiss Sustainable Finance notierten im Jahr 2015 einen Zuwachs von 169% im Volumen nachhaltiger Anlagen in der Schweiz.

Millennials und Frauen sind Trendsetter

Die grösste Treibkraft für einen nachhaltigen Lebensstil ist die sogenannte „Millennial“-Generation, also die Gruppe der heute 16-34-Jährigen. 84% sind explizit an nachhaltigen Geldanlagen interessiert und die Wahrscheinlichkeit, dass sie tatsächlich eine Investition tätigen, verdoppelt sich, wenn Nachhaltigkeit Teil der Wertschaffungsstrategie ist. Besonderes Interesse herrscht auch unter Frauen: wohlhabende Damen sind mit dem bisherigen Angebot der Finanzindustrie aktuell unzufrieden und 76% aller Frauen interessieren sich für nachhaltige Investitionen.

Investieren in die Zukunft heisst investieren in Nachhaltigkeit

Schätzungen zufolge werden in den nächsten Dekaden weltweit Vermögen in der Höhe von 30 Billionen US-Dollar an die nächste Generation transferiert. Dieses wird explizit Frauen zugutekommen: In den USA wird davon ausgegangen, dass Frauen bis 2030 zwei Drittel des Reichtums kontrollieren werden und auch in der Gruppe der Self-made Milliardäre haben die Frauen die Männer in den Neuzugängen überholt.

Nachhaltigkeit und soziales Engagement werden für die Finanzinstitute im 21. Jahrhundert immer mehr zu einem zentralen Verkaufsargument. Einige Schweizer Institute haben dies bereits erkannt und versuchen die SDGs als Rahmenwerk zu nutzen. Die LGT hat sich in vielen Bereichen der Nachhaltigkeit verschrieben, wendet unter anderem „ESG“-Kriterien (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) bei der Auswahl von Aktien an und unterstützt seit zehn Jahren soziale non-profit Organisationen. Darüber hinaus fokussiert sie sich mit LGT Impact Ventures auf Impact Investing. Sie unterstützt gezielt innovative Unternehmen mit sozialem oder ökologischem Mehrwert, die gleichzeitig attraktive Renditen erwirtschaften. Damit leistet die LGT einen direkten Beitrag zu den SDGs.

Nachhaltiger Profit – ein Widerspruch in sich?

Nun drängt die Frage: Können nachhaltige Anlagen – insbesondere ihre ambitionierteren Geschwister, die Impact Investments, – im Hinblick auf Renditen mit traditionellen Investments mithalten? Einer Studie von Morgan Stanley zufolge, übertreffen nachhaltige Anlegefonds traditionelle Equity Fonds in puncto Gewinne sogar und weisen zudem geringere Volatilität auf. Vielversprechend sieht es auch im Impact Investing Bereich aus: Dem Investor Survey des Global Impact Investing Network (GIIN) für 2016 zufolge erwarten 84 Prozent der Impact Investoren dem Marktkurs entsprechende (59 Prozent) oder nahe (25 Prozent) Gewinne. Sie wurden bisher in nur 11 Prozent der Fälle enttäuscht. Gute Nachrichten also für Investoren: Es scheint als müssten sie sich doch nicht zwischen Nachhaltigkeit und Profit entscheiden. Finanzinstitute können ohne sich zu sorgen auf ihre jungen oder weiblichen Kunden hören; und ganz nebenbei auch noch ihren zentralen Beitrag zum Erreichen der SDGs leisten.

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  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 24. März 2017 | Die Börsenblogger

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