Performance: Wann ist gut wirklich gut? 

Was Geldanleger und Tennisspieler gemeinsam haben.

Um als Nummer 10 gegen die Nummer 457 der Weltrangliste ein Tennismatch zu gewinnen, reicht eine mittelmässige Performance. Eine absolute Topleistung muss die Nummer 10 hingegen zeigen, um im Halbfinale von Wimbledon die Nummer 1 zu schlagen. Sieg ist also nicht gleich Sieg – es kommt drauf an, wen man geschlagen hat.

Was lehrt dies den Anleger? Auch für ihn gilt: Rendite ist nicht gleich Rendite.
Anleger wie Tennisspieler brauchen einen sinnvollen Massstab um ihre Leistung oder Performance richtig einzuordnen und zu vergleichen. Dabei muss man aufpassen, Äpfel nicht mit Birnen zu vergleichen. Beispielsweise die Rendite eines in Schwellenländer investierten Aktienportfolios mit der Rendite eines Portfolios aus Schweizer Bundesobligationen.

Vergleichsmassstäbe für die Anlageperformance nennt man im Finanzjargon «Benchmark». Hat ein Anleger seinen Vermögensverwalter damit beauftragt, sein Geld in Schweizer Blue-Chip-Aktien zu investieren, wäre ein sinnvoller Benchmark der Swiss Market Index SMI, der wichtigste Schweizer Aktienindex. Schneidet sein Portfolio besser ab als der SMI, ist das schon mal nicht schlecht. Allerdings sollte er seinem Vermögensverwalter jetzt nicht vorschnell auf die Schulter klopfen. Vielleicht hat dieser nämlich gar nicht besonders gut gearbeitet, sondern einfach Glück gehabt oder die gute Rendite mit sehr hohem Risiko erzielt. Beispielsweise indem er das ganze Portfolio in wenige hochriskante Aktien investierte, die sich zufällig überdurchschnittlich gut entwickelt haben – und im nächsten Jahr genauso schnell wieder abstürzen könnten.

Daraus folgt eine wichtige Erkenntnis: Bei der Beurteilung der Anlageperformance muss immer auch das eingegangene Risiko berücksichtigt werden. Rendite und Risiko hängen eng zusammen und müssen sich in einem ausgewogenen Verhältnis befinden. Ein Anleger sollte die erzielte Performance um das eingegangene Risiko bereinigen. Wirklich zufrieden kann er nur dann sein, wenn er die bessere Performance nicht mit höheren Risiken erkaufen musste.

Und was bedeutet dies für unseren Tennis-Crack? Auch wenn er im Halbfinal einen besser klassierten Spieler besiegt hat, kann er mit seiner Leistung nicht wirklich zufrieden sein, wenn er entweder nur dank Glück gewonnen hat oder sich derart verausgaben musste, dass ihm die Kräfte für den Final fehlen.

Leselinks:

Mit einer App der Österreichischen Nationalbank können Sie spielerisch mehr über den Zusammenhang von Rendite und Risiko erfahren.

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