Volatile Märkte: Durch unsichere Zeiten navigieren

Volatile Märkte: Durch unsichere Zeiten navigieren 

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Die plötzliche Aktienmarktkorrektur zu Beginn des Jahres hat uns wieder einmal vor Augen geführt, wie fragil die Finanzmärkte sind. Es gibt jedoch Strategien, um diese Turbulenzen zu überwinden.

Wie der Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller Anfangs Jahr am World Economic Forum betonte, kann eine Marktkorrektur jederzeit und ohne klaren Auslöser stattfinden. Während 2008 der US-Immobilienmarkt Ursprung der globalen Finanzkrise war, genügt bereits die Finanzmarktdynamik, um eine signifikante Korrektur mit weitreichenden Konsequenzen für Investoren und die globale Wirtschaft anzustossen. Vielen Anlegern ist bewusst, dass sich Prognosen über Zeitpunkt und Tragweite nur schwer abschätzen lassen. Sie setzen auf Save-Haven-Investments, Tail Hedges oder eine gute Portfoliodiversifikation. Diese helfen die negativen Auswirkungen zu verringern, doch wie steht es um deren Effektivität?

Die Suche nach dem sicheren Hafen

Als Save Haven werden Investments bezeichnet, die in turbulenten Zeiten ihren Wert behalten oder sogar erhöhen. Ihre Korrelation mit traditionellen Anlagen ist während eines Marktcrashs gering oder negativ und so werden sie oft als Portfolioabsicherung eingesetzt. Als typische Safe Haven Investments gelten Gold, US-Staatsanleihen oder auch Währungen wie der Schweizer Franken oder der japanische Yen. Diese Anlagen haben über Jahrzehnte bewiesen, dass sie ihren Wert unabhängig von Krisen erhalten können. So war der Schweizer Franken immer ein zuverlässiger Wertspeicher in Zeiten von Weltkriegen und Hyperinflation.

Langfristige Renditen von Save-Haven-Anlagen

Save Haven Investments
Quelle: LGT Capital Partners, Datastream, Bloomberg

Der Franken ist aber nicht mehr, was er einmal war. Durch die Interventionen der Schweizerischen Nationalbank, die Negativzinsen sowie die regulatorischen Verschärfungen für ausländische Investoren hat die Währung an Attraktivität verloren. Anderen Save Havens geht es nicht besser. Gold scheint in einem Bärenmarkt gefangen und US-Staatsanleihen haben an Sicherheit eingebüsst. Für eine Weile schienen sich Kryptowährungen als Alternative zu entwickeln. Aufgrund der hohen Preisvolatilität, selbst in guten Zeiten, kommen diese aber nicht als zuverlässiger Schutz in Frage.

Eine trügerische Sicherheit

Ein Blick in die jüngere Vergangenheit verdeutlicht die Instabilität der Save-Haven-Anlagen. Der Schweizer Franken und der japanische Yen haben zwar unmittelbar nach dem Aktienmarkthoch im Januar zugelegt – was typisch ist, wenn Anleger versuchen das Investitionsrisiko zu verringern – Gold und US-Staatsanleihen, die in solchen Marktphasen ebenfalls an Attraktivität gewinnen, fielen aber. Gold schien nach der steilen Rally zum Ende des letzten Jahres überkauft. Die steigenden langfristigen Zinsen drücken zudem auf den Preis, da die Opportunitätskosten des zinslosen Edelmetalls wachsen. Grundsätzlich scheint Gold auch nicht immer krisenresistent zu sein. So wurde es schon in den vom kalten Krieg geprägten frühen 80er Jahren oder während der Russlandkrise 1998 seiner Rolle nicht gerecht und bot keinen Schutz. Diese Beispiele zeigen, dass die Korrelation zwischen wachsender Unsicherheit und Preisanstiegen von Save-Haven-Anlagen nicht immer stabil ist.

Save-Haven-Renditen nach der Aktienmarktkorrektur im Januar

Save Haven Investments

Tail Hedges als Alternative

Eine andere Option ist, das Portfolio mit Tail Hedges abzusichern, welche vor allem bei grossen Konzentrationsrisiken im Portfolio helfen. Hat ein Investor beispielsweise eine signifikante S&P 500 Position kann ein Tail Hedge am einfachsten mit S&P Put-Optionen umgesetzt werden. Kommt es nämlich zu einer US-Aktienmarktkorrektur, werden die Put-Optionen an Wert zulegen. Die Risiken werden damit sehr effizient reduziert und die Kosten dieser Absicherung geringgehalten. Daneben gibt es weitere Tail-Hedge-Strategien wie „Long Volatility“. Hier versucht der Investor von der veränderten Marktvolatilität zu profitieren. Steigt die Volatilität aufgrund von Marktturbulenzen, kann dies mit dem Kauf von VIX Call-Optionen genutzt werden. Auch diese Absicherung ist mit Kosten verbunden, aber es reduziert die Verluste bei einer Aktienmarktkorrektur.

Sicheres navigieren unabhängig vom Seegang

Investoren sollten sich also gut überlegen wie sie ihre Investments schützen können. Save-Haven-Anlagen müssen eine signifikante Allokation innerhalb des Portfolios ausmachen, um ausreichenden Schutz zu bieten. Zudem sind die Kosten in guten Finanzjahren beträchtlich und selbst in schwierigen Marktphasen ist die Absicherung keinesfalls garantiert. Einen direkteren Schutz bieten Tail-Hedge-Strategien, welche Portfoliorisiken zielgerichtet und kosteneffizient reduzieren. Und als weitere Alternative bietet sich natürlich ein gut diversifiziertes Portfolio, das sowohl sichere als auch unsichere Zeiten übersteht. Viele Investoren werden aber auch in Zukunft grosse Positionen haben ganz im Sinne von Warren Buffet der einst sagte:

Das Risiko streuen müssen nur Investoren, die nicht wissen was sie tun.

Sofern die Konzentrationsrisiken also erkannt und effizient abgesichert werden, haben sie auch zukünftig einen Platz im Portfolio.

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