Schlafgeld: Im Schlaf Geld verdienen?

Schlafgeld: Im Schlaf Geld verdienen? 

Manche träumen vom Geld, oft muss man für seinen Schlaf allerdings zahlen – meist in komfortablen Hotels, in Einzelfällen auch hinter Gittern. „Kerkergeld“ gab es schon vor Jahrhunderten.

„Den seinen gibt’s der Herr im Schlaf“. Dieses Zitat aus der Bibel wird oft als Lob der Faulheit fehlinterpretiert. Denn in der Regel bekommt man kein Geld für’s Schlafen, sondern man muss dafür bezahlen. Im Fall eines Hotelaufenthalts zum Beispiel die jeweilige Übernachtungsrate. In früheren Zeiten hiess die Gebühr, die für eine Nacht oder mehrere Nächte in Morpheus Armen zu entrichten war, anders – je nachdem, wie komfortabel die Herberge war und ob die dortige Übernachtung freiwillig oder zwangsweise erfolgte. Im 17. Jahrhundert war es zum Beispiel häufig üblich, dass ein Delinquent, der für seine Missetaten im Gefängnis büssen musste, ein „Kerkergeld“ zu berappen hatte. Alten Schriften ist zu entnehmen, dass pro Nacht zwei Schilling an Kerkergeld an den „Stockmeister“ zu zahlen waren.

Den seinen gibt’s der Herr im Schlaf

Notgeld für die Gefängniskantine

Heute gibt es zwar keine „Stockmeister“ mehr, wohl aber eine Staatskasse, und in die muss ein Gefangener zum Beispiel in Deutschland unter bestimmten Umständen einen Haftkostenbeitrag zahlen. Juristisch ausgedrückt: Er muss zum Teil „für die Kosten der Vollstreckung der Rechtsfolgen einer Tat“ aufkommen, sofern er über Geld verfügt, etwa laufende Mieteinnahmen.

Auch wenn die Begriffe mitunter synonym verwendet werden, ist das „Kerkergeld“ doch etwas ganz anderes als das „Gefängnisgeld“, wie es in Zeiten der real noch existierenden DDR die Häftlinge in den dortigen Strafvollzugseinrichtungen erhielten. Dabei handelte es sich um eine Art Notgeld, mit dem die Gefangenen in der Kantine ihre bescheidenen Einkäufe bezahlen konnten. Für diese Wertgutscheine (auch „Knastgeld“ genannt) gibt es heute eine recht aktive Sammlergemeinde.

„Schlafgeld“ für Bett und Tisch

Wandernde Handwerksgesellen wiederum mussten früher für „Bett und Tisch“ ein „Schlafgeld“ an ihre Quartiergeber zahlen. Seither taucht dieser Begriff allerdings in ganz anderem Zusammenhang auf: Er ist eine despektierliche Beschreibung für das Entgelt, das Personen bekommen, die es in ihren Jobs betont langsam angehen lassen (deshalb auch oft „Schnarchprämie“ genannt).

Mitunter aber hat es den Anschein, dass man tatsächlich sein Geld im Schlaf verdienen kann. Im vergangenen Jahr suchten NASA und ESA für eine Langzeitstudie zu den Auswirkungen der Schwerelosigkeit (AGBRESA-Studie) Probanden, die 60 Tage nur im Bett verbringen sollten – und dafür stattliche 16.500 Euro Honorar bekamen. Es fanden sich genug Interessenten, die allerdings bald feststellen mussten, dass es alles andere als entspannend ist, wenn man 60 Tage nur liegend verbringen darf. Es stimmt halt doch: Ohne Fleiss, kein Preis.

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