Tuvalu: Mikrostaat mit wertvollstem Zahlungsmittel

Tuvalu: Mikrostaat mit wertvollstem Zahlungsmittel 

Die weltweit kleinste Volkswirtschaft Tuvalu hat die aktuell wertvollste Münze als Zahlungsmittel auf den Markt gebracht: den South Seas Dragon Coin aus Rhodium.

Der Inselstaat Tuvalu im Südwesten des Pazifischen Ozeans zählt zu den Mikronationen dieses Planeten. In der Tat ist alles „mikro“ in diesem Land. Nach Vatikanstadt, Monaco und Nauru gilt Tuvalu als der viertkleinste Staat der Welt. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 40 Millionen US-Dollar ist die Volkswirtschaft dieser Nation die kleinste auf diesem Planeten. Der Mini-Flughafen des Inselstaates schmückt sich zwar mit dem Namen Funafuti International Airport, doch wird er im Linienverkehr nur von Fiji Airways angeflogen. Und als Folge des Klimawandels wird Tuvalu im Laufe der Zeit obendrein immer kleiner. Manche sprechen bereits vom „Atlantis der Südsee“.

Millionen mit Internet-Domain

Doch in manchen Dingen ist Tuvalu ganz gross. Zum Beispiel in der cleveren Vermarktung seiner Internet-Domain „.tv“, die vor allem bei den Medienunternehmen sehr begehrt ist. Fünf Millionen US-Dollar spült das Jahr für Jahr in die Staatskassen.

Was aber noch weniger bekannt ist: Tuvalu verfügt über das aktuell wohl wertvollste Zahlungsmittel in Form einer Münze. Diese wird allerdings nicht auf einer der Inseln des Landes geprägt, sondern bei Baird & Co. in London. In dem Pazifikstaat gilt dieser South Seas Dragon Coin, von dem in der ersten Auflage nur 1000 Exemplare geprägt wurden, als gesetzliches Zahlungsmittel. Davon freilich dürfte keiner der knapp 11 000 Insulaner Gebrauch machen, denn der numerische Wert der Münze beträgt eben mal 100 Tuvaluische Dollar. Dessen Wert ist wiederum an den Australischen Dollar gekoppelt. Somit entsprach der numerische Wert dieser Münze Ende April 2020 rund 59 Euro. Zur gleichen Zeit machte der Materialwert knapp 7600 Euro aus.

Münze aus reinem Rhodium

Des Rätsels Lösung: Diese Münze besteht aus Rhodium, einem Übergangsmetall der Superlative; sehr selten, sehr teuer, allerdings auch sehr volatil. Wie volatil, das zeigt ein Blick auf das erste Quartal 2020. Nachdem der Preis pro Unze allein von Neujahr bis Ende Januar um 50 Prozent gestiegen war, legte er im Februar zunächst bis auf etwa 12 000 Euro zu. Dann kam die Coronakrise – und der Preis für das vor allem industriell genutzte Rhodium stürzte ab, um sich inzwischen wieder zu erholen.

Die hohe Volatilität dieses 1803 entdeckten Übergangsmetalls zeigte sich schon in der Vergangenheit. Vor gut zwölf Jahren hatte die Feinunze Rhodium schon einmal 10 000 US-Dollar gekostet; anschliessend fiel der Preis deutlich. Dennoch ist sicher: Trotz Coronakrise und angespannter Weltkonjunktur dürfte der Materialwert für den South Seas Dragon Coin immer wesentlich über seinem numerischen Wert liegen.

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