Spenden mit Spleen: Die kuriosesten Charity Ideen

Spenden mit Spleen: Die kuriosesten Charity Ideen 

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Der eine bittet um Spenden für einen Privatjet, um Gott näher zu sein, andere lassen Haare für einen guten Zweck. Manche Charity Aktionen sind verrückt, andere kurios, viele aber so erfolgreich, dass sie Millionen für einen guten Zweck einsammeln.

Mitunter stimmt es also doch: Nomen est omen. Der angeblich gläubige Herr heisst tatsächlich Creflo Dollar, wohnt in den USA und arbeitet dort als Prediger. Als solcher möchte er Gott besonders nah sein. Das ist verständlich für einen Mann von seiner Profession. Etwas ungewöhnlich erscheint allerdings die geplante Umsetzung dieses Wunsches. Mr. Dollar rief im vergangenen Jahr in einer Videobotschaft die Mitglieder seiner Gemeinde zu grosszügigen Spenden auf, um sich von den Erlösen einen Privatjet leisten zu können. Klingt eigentlich ganz logisch: Wer in einem Gulfstream Jet in 10 000 Metern Höhe unterwegs ist, darf sich dem Himmel näher fühlen als die Gemeindemitglieder am Boden, die diesen Luxus finanzieren.

Neuer Jet als Charity?

In einem sechsminütigen Video auf seiner Website appellierte Mr. Dollar an die Grosszügigkeit seiner Mitmenschen. Wenn 200 000 «Paten-Engel» jeweils nur 300 Dollar spendeten, könne er sich den neuen Jet bestellen. Und das war dringend notwendig, denn Mr. Dollars alter Jet war wegen eines gravierenden Triebwerkschadens nicht mehr zu gebrauchen. Als dann aber dieser wohl verrückteste Spendenaufruf der Neuzeit auf Spott und Häme stiess, entfernte Mr. Dollar sein Video flugs von seiner Website. Ob er heute mit dem Billigflieger unterwegs ist, um dem Himmel nahe zu sein, ist leider nicht überliefert.

Mit solchen irdischen Kleinigkeiten braucht sich der saudische Milliardär Prinz Walid bin Talal nicht auseinanderzusetzen. Er fliegt nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins «Forbes» mit einer eigenen Boeing 747, in der er sogar einen Thron habe installieren lassen. Im Gegensatz zu Mr. Dollar aber zieht er den Menschen nicht das Geld aus der Tasche. Im Gegenteil. Er gilt als einer der weltweit grosszügigsten Spender. Jedenfalls dann, wenn er seine Ankündigung wahrmacht und in den nächsten Jahren insgesamt 32 Milliarden US-Dollar spendet. Allerdings würde er in Sachen Grosszügigkeit von Mark Zuckerberg outperformt, der ankündigte, angeblich bis zu 99 Prozent seines Milliarden-Vermögens spenden zu wollen.

Aber man muss nicht unbedingt Zuckerberg, Soros, Bill Gates oder Buffet heissen, um Gutes für die Menschheit zu tun. Mitunter reicht eine verrückte Idee. So wie die von drei Geschäftsleuten in Kalifornien, die vor einigen Jahren die St. Baldricks’s Foundation gründeten. Seit 1999 spenden sie für jeden, der bereit ist, sich seinen Kopf kahlrasieren zu lassen. Seither kamen sage und schreibe umgerechnet 168 Millionen Euro zusammen, die der Krebsforschung zufliessen. Aber es geht auch noch verrückter: bei der jährlichen «Krispy Kreme Challenge» im US-Bundesstaat North Carolina.

Bis zu 8000 Teilnehmer laufen zunächst vier Kilometer zum Donut-Laden «Krispy Kreme», wo sie in kurzer Zeit ein Dutzend Donuts in sich hinein stopfen, um anschliessend mit vollen Mägen vier Kilometer zurück zum Start zu laufen. Dass sich einige Teilnehmer dabei übergeben müssen, ist Teil dieses Events, das nicht von ungefähr bisweilen als «Gaga-Run» bezeichnet wird. Aber immerhin – der Zweck heiligt die Mittel (dem würde wohl auch Mr. Dollar zustimmen): Im Schnitt bringt die «Krispy Kreme Challenge» Spenden in Höhe von 200 000 Dollar ein. Die Summe fliesst einem Kinderkrankenhaus zu. Das mag auch jene versöhnen, die solche Spenden-Events einfach nur zum K….. finden.

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