Bartlos zum finanziellen Erfolg?

Bartlos zum finanziellen Erfolg? 

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Die meisten Superreichen sind glattrasiert. Karl Marx und Lenin aber trugen Bärte. Zufall oder ein ideologisches Statement?

Wie wird man richtig reich? Also nicht „nur“ wohlhabend mit einem sieben-, besser noch achtstelligen Vermögen, sondern mit einem Platz in der berühmten Forbes-Liste der Superreichen dieser Welt. Vertraut man ganz der Statistik, dann wächst die Wahrscheinlichkeit einer Milliardärs-Karriere mit der täglichen Rasur. Jedenfalls erreichte uns vor kurzem eine Nachricht aus den USA, wonach die einhundert reichsten Männer der Welt keinen Bart trügen. So viele Super-Reiche können nicht irren. Beim Barte des Propheten: Was ist also dran an der Behauptung, ein glattrasiertes Antlitz sei der Schlüssel zum Erfolg? Das fragt sich auch der Autor dieser Zeilen, der sich jeden Morgen rasiert – und es trotzdem bislang noch nicht zu einem großen Reichtum schaffte.

Dass einem wie Warren Buffett die tägliche Rasur über alles geht, ist verständlich. Immerhin hielt er viele Jahre eine grosse Position von Gillette-Aktien im Portfolio seiner Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway Inc. Als der Investment-Guru dann vor einigen Monaten seine Aktien des Procter & Gamble-Konzerns verkaufte, zu dem Gillette gehört, ließ das nicht nur die Bärtigen aufhorchen.

So bleiben drei Erklärungsversuche für die Tatsache, dass viele Multimilliardäre nicht an Rasierseife und –klingen sparen.

Erstens: Ein Kapitalist, der etwas auf sich hält, setzt mit seinem Gesicht ein weltanschauliches Statement. Bärte waren zumindest in der Vergangenheit immer der Gegenseite vorbehalten: Karl Marx zum Beispiel, Lenin, Fidel Castro und Che Guevara.

Zweitens: Super-Reiche scheuen die Veränderung – auch die Veränderung des Aussehens. Wer den Status quo eines Multimilliardärs geniesst, muss nicht unbedingt über sein Leben nachdenken.

Drittens schliesslich: Die erwähnte Statistik könnte einfach schlampig recherchiert sein. Denn tatsächlich fallen uns schon nach kurzem Nachdenken zahlreiche Superreiche mit Bart ein. Zum Beispiel der Informatiker Sergey Brin, der zusammen mit Larry Page den Weltkonzern Google gründete (heute: Alphabet Inc.), selbst wenn dieser nicht ganz so bekannt ist wie die glattrasierten Milliardäre Bill Gates und Amazon-Gründer Jeff Bezos. Auch der „Oracle“-Gründer Lawrence Joseph Ellison sowie der Milliardär und Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz zählen zu den Bartmännern unter den Superreichen. Somit lässt sich eine Korrelation zwischen rasieren und kassieren (leider) nicht nachweisen. Und es bleibt am Ende die Erkenntnis: Frauen haben es einfach besser. Sie müssen sich mit solchen Themen – unabhängig vom Umfang ihres Vermögens – nicht beschäftigen.

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Bild: By Ryan Hyde CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Es gibt 2 Kommentare zu diesem Artikel
  1. Pingback: Finanzblogroll - Schulterblick - Finanzartikel KW 49 / 2016
  2. EasyWISA at 08:37

    Kleiner Klugscheißerkommentar meinerseits: Warren Buffett hat sich auch mal ganz kurz einen Bart stehen lassen. Ein Bild davon ist im Buch „Warren Buffett – Das Leben ist wie ein Schneeball“ (sehr dickes Buch, aber trotzdem zu empfehlen) zu sehen. War aber nur, weil er temporär krank war 🙂

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