Systematische Anleger als die Philosophen unter den Investoren

Systematische Anleger als die Philosophen unter den Investoren 

Es gibt ein sehr breites Spektrum von sogenannten systematischen Anlagenstrategien, d.h. von Strategien welche durch Algorithmen bestimmt sind und – einfach gesagt – durch einen Computer umgesetzt werden können.

Einige Beispiele dafür sind:

  • Trendfolger-Strategien: Es gibt immer wieder Trends in den Märkten, welche man sowohl in ihrer Entwicklung nach oben (long) als auch nach unten (short) mit regelbasierten Algorithmen ausnützen kann. Sie bilden die Grundlage für Trendfolger-Strategien.
  • Alternative-Beta-Strategien: die akademische Forschung hat über mehrere Jahre einige über die Zeit stabile Risiko-Prämien identifiziert, welche sich durch Algorithmen verdienen lassen. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte „Carry“-Prämie, welche die positive Differenz zwischen „high yielding assets“ (long) und „low yielding assets“ (short) ausnützt. Diese Prämie lässt sich oft zum Beispiel in den Währungsmärkten verdienen.
  • Nachrichten-basierte Strategien versuchen, den Einfluss von öffentlichen Nachrichten auf die Aktien-Preise zu nutzen (und umgekehrt). Die Analyse von sehr grossen Mengen von Daten bereitet die Basis, um diese Beeinflussungsmuster in positiven Renditen umzumünzen.

Solche Strategien weisen unterschiedliche historische Entwicklungen auf:

  • Trendfolger-Strategien gibt es schon seit längerer Zeit. Sie stellen einen „klassischen Hedge Funds-Stil“ dar (CTA/Managed Futures) und werden als eine „Industrie“ an sich wahrgenommen.
  • Alternative-Beta-Strategien: obwohl die ersten akademischen Erkenntnisse über 40 Jahre alt sind, haben sich erst in den letzten 10 bis 15 Jahren investierbare Strategien daraus entwickelt.
  • Nachrichten-basierte Strategien: solche Strategien setzen eine umfassende Analyse des Nachrichten-Universums voraus – eine Leistung, die ohne die Fortschritte in der Computertechnologie gar nicht möglich gewesen wäre.

Trotz aller Unterschiede haben systematische Strategien einen gemeinsamen Nenner: sie versuchen, Erkenntnisse, die man aus der längerfristigen Beobachtung der Märkten destilliert, durch Algorithmen in Gewinne umzumünzen. Diese Erkenntnisse nehmen Grundmechanismen aus verschiedenen Perspektiven an, welche dem Verhalten der Märkte unterliegen.

Diese Grundmechanismen werden erst sichtbar, wenn man die Märkte mit einem gewissen Abstand betrachtet: man erkennt sie, wenn man auf die Märkte von einem Beobachtungspunkt schaut, der sozusagen über den Märkten steht – ähnlich der Philosophie: Man denkt über die Welt nach, als könne man sie aus einer Vogelperspektive beobachten. Der systematische Anlageansatz nimmt eine philosophische Perspektive an.

Der Erfolg solcher Strategien könnte aber die Strategien selbst am meisten gefährden. Nehmen wir an – per absurdum – dass alle Investoren solche Strategien einsetzen würden. Dann würden die Märkte, wie wir sie heute mit ihren unzähligen, unterschiedlichen Akteuren kennen, nicht mehr vorhanden sein. Die Investoren würden vollständig durch Algorithmen ersetzt. Aber genau diese Vielfalt der Investoren und ihrer Verhalten, die wir „Märkte“ nennen, ist nötig, damit systematische Strategien solche Verhaltensmuster ausnützen können.

Wenn man realistisch bleibt, wird der Erfolg der systematischen Strategien aber nicht zum obengenannten radikalen Szenario führen sondern wird eher dafür sorgen, dass mehr Investoren eine gewisse Allokation zu diesen Strategien in ihren Portfolios vorsehen. Weitere Informationen zur Asset Allocation der LGT finden Sie auf unseren Webseiten.

 

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