UCITS – Trugschlüsse zu regulierten Hedge Funds 

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Investitionen in alternative Anlagen liegen wieder im Trend. Das gilt insbesondere für Hedge Funds. Nach den Mittelabflüssen im Nachgang der Finanzkrise steigen die verwalteten Vermögen der Branche wieder – um rund 13 Prozent jährlich seit 2010. Sie belaufen sich aktuell auf über 2.4 Billionen USD (HFR Q2 2013). Volatile Aktienmärkte und die erwartete Zinswende lassen Investoren nach zusätzlichen Renditequellen im alternativen Segment Ausschau halten. Besonders beliebt sind seit 2008/2009 «regulierte» UCITS Hedge Funds.

UCITS steht dabei für «Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities» oder auf Deutsch OGAW «Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren». Die Richtlinien, die UCITS zugrunde liegen, sind per se nichts Neues, sie existieren bereits seit 1985. Das UCITS-Regelwerk definiert spezielle Anforderungen an Funds und Verwaltungsgesellschaften. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Festlegung der zugelassenen Vermögensgegenstände, in welche Funds investieren dürfen. Seit ihrer Lancierung 1985 wurden die UCITS-Richtlinien stetig überarbeitet und erweitert, derzeit gilt die vierte Version (UCITS IV). Der Boom bei UCITS-Lösungen im alternativen Segment kommt nicht überraschend, denn sie adressieren die vorherrschenden Forderungen der Anleger nach den Erfahrungen der Krise: Liquidität, Transparenz und Risikomanagement.

Regulation aus Sicht des Investors – erwünscht und gefordert

Seit der Krise 2007/2008 stehen für Investoren mehr Transparenz, ein vereinfachter Zugang zu Informationen und die Einhaltung der Rahmenbedingungen im Vordergrund. Insbesondere die Liquiditätsvorschriften unter UCITS (mindestens alle zwei Wochen, bei vielen Funds sogar wöchentlich oder gar täglich) können das oftmals verlorengegangene Vertrauen der Investoren in die Hedge-Funds-Industrie wieder bestärken.

Regulation aus Sicht des Hedge-Funds-Managers – Marktpotential mit Einschränkung und Aufwand

Durch die Regulation werden Hedge Funds vor allem im Privatkundensegment wieder interessanter. In einigen Staaten ist es ebenfalls für institutionelle Investoren sogar günstiger, UCITS regulierte Investitionen zu tätigen. Somit eröffnet das UCITS-Regelwerk Hedge-Funds-Managern einen neuen Zugang zu «alten» oder bereits abgeschriebenen Märkten. Es gibt jedoch auch eine Kehrseite: Unter UCITS kann der Manager nicht auf vereinzelte Risikoprämien oder Renditetreiber (z.B. Leverage) zurückgreifen, da diese nur noch beschränkt oder gar nicht mehr zur Verfügung stehen.

Im Zusammenhang mit UCITS herrschen einige Trugschlüsse vor (nicht abschliessend):

Trugschluss 1: Die Regulationen haben keinen Einfluss auf den Ertrag und das Angebot
Eine Studie über die Ertragsunterschiede zwischen UCITS- und Offshore-Funds kam zum Ergebnis, dass Offshore-Funds tendenziell leicht besser abschneiden als UCITS regulierte Funds (vgl. Serge Darolles, Lyxor MAP Studies – Using empirical research to quantify outcomes). Gleichzeitig weisen sie aber auch eine etwas geringere Volatilität auf. Dies ergibt ein ähnliches Risiko-Ertragsprofil. Von Stil zu Stil kann dies jedoch sehr unterschiedlich sein. Regulierte Funds müssen mehr oder weniger auf «exotische» Prämien verzichten. Dadurch werden einige interessante Ertragsquellen ausgeschlossen. Liquide Hedge-Fund-Strategien sind am ehesten in der Lage die Liquiditätsvorschriften zu erfüllen. Strategien wie Relative Value oder Event Driven werden hingegen nur sehr vereinzelt in UCITS-Form angeboten und wenn, dann bestehen doch zu ihren «Offshore-Funds»-Geschwistern teils erhebliche Unterschiede in punkto Risiko-Ertragseigenschaften.

Trugschluss 2: UCITS kann die fundierte Manager-Selektion ersetzen
Trotz aller Regeln und einer besseren Liquidität ist eine fundierte Auswahl der Hedge-Funds-Manager ein entscheidendes Erfolgskriterium. Auch unter den UCITS-Richtlinien ist eine tiefgehende Analyse des Gegenparteirisikos, des Teams, der Struktur und der verfolgten Strategie, etc. unabdingbar. Professionelles Funds Management ist also auch bei UCITS notwendig, um wichtige Risikofaktoren zu durchleuchten.

Fazit: UCITS ist kein Qualitätssiegel

Die Entwicklung der alternativen UCITS-Funds wird sicherlich künftig stärker unter die Lupe genommen werden. Gerade im aktuellen Marktumfeld können Hedge Funds aus Ertrags- und Diversifikationsperspektive eine attraktive Komponente in einem Portfolio darstellen. Die UCITS-Regulationen schränken die Möglichkeiten, vor allem exotische Risikoprämien zu nutzen ein. Trotz allem scheinen insbesondere liquidere Hedge-Funds-Strategien die Einhaltung der Richtlinien ohne grosse Einschränkung umsetzen zu können. Das Kürzel UCITS sollte aber nicht ohne Weiteres mit einem Qualitätsgütesiegel gleichgesetzt werden. Nach wie vor ist eine objektive und gründliche Managerselektion eine unverzichtbare Grundlage für die Auswahl einer Anlagelösung. Die Einhaltung der UCITS-Richtlinien verursachen in der Regel einen Mehraufwand und führt dadurch zu höheren durchschnittlicheren Kosten.

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