Let’s make the world a better place: ein globales Netzwerk soll’s richten

Let’s make the world a better place: ein globales Netzwerk soll’s richten 

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Vor 20 Jahren war Vieles kaum denkbar, was heute als Standard gilt: Der übergreifende Dialog zwischen staatlichen Behörden, Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft und deren Zusammenarbeit in Public-Private-Partnerships ist eine wirkungsvolle Errungenschaft und stellt eine neue Qualität in den internationalen Beziehungen dar.

In den 1980-er und 1990-er Jahren rückten Umweltkatastrophen mit schweren sozialen Folgen wie beispielsweise Tschernobyl, Parmalat oder Bhopal Umwelt- und soziale Themen in den Fokus der Öffentlichkeit. Diese Umweltkatastrophen, aber auch Menschenrechtsverletzungen, Korruptionsskandale oder die Ausbeutung von Arbeitern – die von der Öffentlichkeit verstärkt wahrgenommen wurden – führten zu Massenprotesten und zur Frage, ob die Globalisierung ausser Kontrolle geraten sei. Das Verhältnis zwischen Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft war konfrontativ und eine konstruktive Kooperation kaum vorstellbar.

Architekten für eine bessere Welt: Unternehmen und der UN Global Compact

Im Januar 1999 hielt Kofi Annan am World Economic Forum in Davos eine wegweisende Rede. Der damalige UNO Generalsekretär rief die Privatwirtschaft auf, zusammen mit den Vereinten Nationen einen globalen Pakt mit gemeinsamen Werten und Prinzipien zu schaffen, um der Globalisierung ein menschlicheres Gesicht zu geben.

Am 26. Juli 2000 gab Kofi Annan in New York den Startschuss für die operative Phase des UN Global Compact. Teilnehmer waren damals 44 multinationale Unternehmen, zwei Gewerkschaften, zwölf Organisationen der Zivilgesellschaft sowie sechs Branchenorganisationen. Mittlerweile zählt der Compact mehr als 8000 teilnehmende Firmen. Von Regierungsseite her machten sich insbesondere die britische und die Schweizer Regierung stark für das Vorhaben. Sie stellten dem UN Global Compact das notwendige Kapital zur Verfügung, damit er seine Arbeit aufnehmen konnte.

Das oberste Ziel bis heute ist es, universelle soziale und ökologische Mindeststandards einzuhalten. Diese Grundsätze sind in zehn Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umwelt und Korruptionsbekämpfung festgehalten. Viele Nicht-Regierungs-Organisationen und Mitglieder der Zivilgesellschaft betrachteten das Vorhaben anfangs kritisch und bezichtigten die teilnehmenden Unternehmen des sogenannten «Blue Washing».

Gerade für die Privatwirtschaft markierte der Global Compact jedoch eine neue Qualität ihres Engagements: Bis dahin konzentrierten sich Unternehmen hauptsächlich auf Umweltthemen, die einen direkten Einfluss auf ihr Geschäft hatten. Die Bekämpfung von Korruption und Geldwäscherei wurde als Problem von Regierungen betrachtet, zu dessen Lösung Unternehmen wenig beitragen konnten. Bei den damaligen Corporate Social Responsiblity Initiativen ging es eher um lokale und philantropische Engagements und weniger darum, mit den verschiedenen Stakeholdern in einen Dialog zu treten, um soziale und umweltrelevante Probleme zu lösen.

Eine neue globale Partnerschaft: Die UNO Initiative gegen Armut

Am 1. Januar 2016 lösten die Sustainable Development Goals (SDGs) die Millenium Development Goals (MDG) ab, die zwar ähnliche Ziele verfolgten, aber ein weitgehendes Handlungsmonopol für Staaten vorsahen und die Privatwirtschaft nicht in den Prozess eingebunden hatten. Die Sustainable Development Goals kombinieren soziale und wirtschaftliche Entwicklung mit ökologischer Nachhaltigkeit und adressieren Themen wie Frieden, Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und gute Unternehmensführung als Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung.

Die 17 Ziele und 169 Unterziele konnten Ende September 2015 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in New York von den 193 aktuellen Mitgliedstaaten der UNO verabschiedet werden; sie wurden einstimmig angenommen! Oberstes Ziel der SDGs ist es, die Armut bis 2030 weltweit zu beenden.

In den Prozess waren neben Regierungen auch Akteure des Privatsektors, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft eingebunden. Auch die Finanzierung der Umsetzung soll neue Formen umfassen. Neben der herkömmlichen Entwicklungshilfe sollen auch staatliche und private Akteure in die nachhaltige Entwicklung dieser Welt investieren. Es sollen aber auch über Stiftungen und Philanthropie Vorhaben umgesetzt werden. Auch Unternehmen können und sollen über ihre Nachhaltigkeitsstrategien zur Erreichung der SDGs beitragen.

Die Sustainable Development Goals stehen damit nicht nur für ehrgeizige inhaltliche Ziele, sondern für eine Netzwerkpartnerschaft, bei der sich Staaten, NGOs und Unternehmen in vielen Fragen auf Augenhöhe begegnen.

Nachhaltige Veränderung beginnt bei uns selbst

Auch die LGT ist Mitglied im UN Global Compact. Wir achten in unserer Geschäftstätigkeit systematisch und sorgfältig darauf, die Belastungen für Umwelt und Klima zu reduzieren und möchten einen Beitrag für eine positive Entwicklung der Gesellschaft leisten. Dies haben wir auch in unseren Zielsetzungen 2020 festgeschrieben. Mit der 2007 gegründeten LGT Venture Philanthropy wollen wir einen Beitrag zur Reduktion der Armut in der Welt leisten. Ebenfalls wollen wir uns verstärkt für eine positive Entwicklung in der Gesellschaft engagieren. Im Bereich Klima- und Ressourcenschutz haben wir uns zum Ziel gesetzt, bis 2030 an allen Standorten weltweit zu 100 Prozent erneuerbare Energie einzusetzen. Weiter wollen wir die CO2-Emissionen im Kerngeschäft erheben und ausweisen.

Für uns ist selbstverständlich, dass wir die Nachhaltigkeitsrisiken aber auch -chancen in unserer Geschäftstätigkeit berücksichtigen und auch unseren Kunden Dienstleistungen und Produkte, die zu einer nachhaltigen Welt beitragen, zugänglich machen.

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  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 12. Februar 2016 | Die Börsenblogger

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