Warren Buffett: Das Orakel von Omaha

Warren Buffett: Das Orakel von Omaha 

Artikel bewerten

Am letzten Wochenende fand die bereits legendäre jährliche Generalversammlung von Warren Buffets Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway statt. Warren Buffett gilt als einer der erfolgreichsten Investoren der Börsengeschichte. Der Altmeister des Investments hat kein Erfolgsgeheimnis. Er ist es selbst.

Ist Warren Buffett systemrelevant? Gibt es Persönlichkeiten, deren Leben und Werk so bedeutend sind, dass von ihrem Schicksal die Weltwirtschaft berührt wird? Diese Frage stellt sich gegenwärtig die U.S.Notenbank. Die amerikanischen Staatsbanker bewerten die Relevanz von Berkshire Hathaway, die Investment-Gesellschaft von Warren Buffett, für die Finanzmärkte.

Mister Buffett ist eine Kuriosität, seine Karriere von Kindheit an ein Marathon aus Eigenheiten und bahnbrechenden Erfolgen. Bereits mit zehn Jahren hatte der junge Buffett die Börsenliteratur der Stadtbibliothek seiner Heimatstadt Omaha gelesen, sein Geschäft mit gebrauchten Golfbällen florierte. Mit elf Jahren erwarb er seine ersten drei Aktien. Seine erste Steuererklärung machte er mit 13, um sein neues Fahrrad als Betriebsausgabe absetzen zu können. Seine Investment-Firma Berkshire Hathaway geht auf ein Textilunternehmen zurück, das er in eine Holdinggesellschaft mit Schwerpunkt im Versicherungsgeschäft umwandelte – mit mittlerweile 66 eigenen Unternehmen und vielen weiteren Beteiligungen.

Am kuriosesten ist allerdings Buffett’s unnachahmlicher Erfolg. Als gäbe es eine Art «Buffett-Bonus», erzielt der Investor seit Jahrzehnten bessere Ergebnisse als der Marktdurchschnitt. Der Meister selbst formuliert seine Investment-Philosophie in vier Leitsätzen: «Wir investieren nur in ein Unternehmen, wenn wir erstens die Geschäfte verstehen, zweitens die langfristigen Aussichten des Unternehmens gut sind, drittens das Unternehmen von kompetenten und ehrlichen Managern geleitet wird und viertens sehr attraktiv bewertet ist.» Die buffett’sche Philosophie kann jedermann unterschreiben und doch bleibt sie unnachahmlich. Sie ist eine Mischung aus Instinkt, Interpretation und geduldigem Warten auf den richtigen Zeitpunkt. Ihre Ziele sind Aktien jenseits aller aktuellen Moden und populären Annahmen. Buffett’s Investments erklären sich am besten durch den Meister selbst. Deshalb haben die jährlichen Generalversammlungen von Berkshire Hathaway längst Kultstatus erlangt. Ihr eigentlicher Höhepunkt sind nicht die präsentierten Unternehmenszahlen, sondern die Fragerunde im Anschluss. Auch am vergangenen Wochenende sassen Warren Buffett und sein Partner Charlie Munger wieder auf Plastikstühlen vor grünen Plastikbäumchen, tranken Coca-Cola und philosophierten über alles, nur nicht das eigene Genie. So liess der berühmte Investor einen kritischen Aktionär lapidar wissen: «Nach heutigen Geschäftsstandards sind wir ziemlich schlampig.» Nach der Hauptversammlung verstummt das Orakel von Omaha. Mister Buffett fährt wieder jeden morgen in sein kleines Büro und tut das, was er seiner Meinung nach am besten kann: «nachdenken».

Leselinks:

Die NZZ hat ein humoriges Video-Vermächtnis zusammen gestellt (05.05.2014): Warren und Charlie

Das Handelsblatt ahnt das Ende der buffett’schen Erfolgsmodells (05.05.2014): Das Problem der schieren Grösse

Die Süddeutsche Zeitung bietet Stilblüten der aktuellen Hauptversammlung (04.05.2014): Willkommen bei Warren

Es gibt 2 Kommentare zu diesem Artikel
  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 6. Mai 2014 | Die Börsenblogger
  2. Pingback: Warren Buffett: Das Orakel vom Omaha « Digitale Klarheit

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.