Warum nachhaltige Anlageformen Geduld erfordern

Warum nachhaltige Anlageformen Geduld erfordern 

Investieren und gleichzeitig Positives für Gesellschaft und Umwelt bewirken: Das sogenannte «Mission Related Investing» (MRI) bietet ein Spektrum unterschiedlicher Anlageformen an. Ihr Ziel ist es, finanzielle Rendite mit positiven Wirkungen im sozialen und ökologischen Bereich zu kombinieren. Der Trend bei Stiftungen zeigt jedoch ein verhaltenes Interesse am MRI. Die Skepsis zeigt sich vor allem beim «Impact Investing» – einem innovativeren Ansatz aus dem MRI-Spektrum, der Geschäftsmodelle unterstützt, die neben einer finanziellen Rendite auch eine positive Wirkung auf Gesellschaft und Umwelt entfalten.

Impact Investing oft «kein Thema» bei Stiftungen

Eine vom Centre for Philanthropy Studies (CEPS) kürzlich durchgeführte Studie mit 110 Stiftungen schreibt dies vor allem drei Gründen zu:

  1. Impact Investing sei «kein Thema» aufgrund mangelnder Informationslage
  2. Fehlende Anlagemöglichkeiten
  3. Nicht messbare Wirkung

Allesamt nachvollziehbare Gründe – vor allem, wenn man bedenkt, dass Impact Investing erst vor fünf Jahren aufkam, somit als junger MRI-Ansatz gerade aus den Kinderschuhen entwachsen ist und seine Erfolgsquote und Wirksamkeit auf Dauer noch «beweisen» muss.

Nächste Schritte: Transparenz schaffen & Standards entwickeln

In der gegenwärtigen Wachstumsphase steht der Impact-Investing-Sektor vor der Herausforderung, einerseits Transparenz über Akteure und Anlagemöglichkeiten zu schaffen. Netzwerke und Plattformen wie das Global Impact Investing Network, Aspen Network of Development Entrepreneurs oder die European Venture Philanthropy Association leisten hierzu hervorragende Pionierarbeit.

Andererseits müssen die Impact Investoren Instrumente und Verfahren etablieren, die Standards einer professionellen Leistungs- und Wirkungsmessung darstellen. LGT Venture Philanthropy hat für das Reporting und die Wirkungsmessung seiner 29 Portfolio-Unternehmen ein eigenes Verfahren entwickelt. Dieses Verfahren setzt sich zusammen aus einem selbst entwickelten Modell und ersten Standard-Instrumenten aus dem Impact-Investing-Sektor, allen voran IRIS (Impact Reporting & Investment Standards), GIIRS (Global Impact Investing Rating System) und Pulse für das Portfolio-Management.

Geduld als zentraler Erfolgsfaktor für soziale Wirkungsentfaltung

Sozialer Impact lässt sich quantitativ beispielsweise mit der Anzahl der erreichten Menschen beziffern. Eine verlässlichere Aussage über die qualitativen Aspekte, also in welchem Ausmass und in welcher Intensität eine Initiative positive Wirkung auf einen Menschen entfaltet, hängt aber vor allem von einem Faktor ab: Zeit. Und Geduld, damit sich die Initiative im alltäglichen Leben der Menschen bemerkbar machen und nachhaltig die Lebensqualität steigern kann. Denn soziale Wirkungsentfaltung ist langwierig, bedenkt man die Komplexität und Diversität aus regionalen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Lebensumständen der Menschen.

Gerade durch die langfristige Unterstützung und den Fokus auf soziale und ökologische Wirkungsentfaltung hat Impact Investing unserer Meinung nach enormes Potential, globale Herausforderungen an den Wurzeln zu packen und nachhaltig zu lösen. Geduld ist deshalb nicht nur eine Tugend, sondern bei nachhaltigen Anlageformen auch eine Notwendigkeit. Notwendig auch deshalb, weil sie hilft, die Erwartungshaltung an finanzielle und soziale Renditen von Impact Investments und anderen MRI in der gegenwärtigen Phase realistischer zu gestalten.

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  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 31. Oktober 2013 | Die Börsenblogger

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