Warum Nachhaltigkeit in der vernetzten Welt neu definiert werden muss

Warum Nachhaltigkeit in der vernetzten Welt neu definiert werden muss 

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Nachhaltigkeit hat ihren Weg dorthin gefunden, wo sie hin gehört: in den Mittelpunkt. Der Geschäftserfolg eines Unternehmens hängt heute immer stärker davon ab, ob es seine ökologische und soziale Verantwortung wahrnimmt und die Prinzipien der guten Unternehmensführung einhält. Doch die vielfältigen und teils radikalen Veränderungen unseres Wirtschaftslebens verlangen nach neuen Antworten für den zukünftigen Erfolg.

Moral durch Skandal: Die Frühphase des nachhaltigen Wirtschaftens

Noch zu Beginn dieses Jahrtausends gingen die meisten Unternehmen nach dem Prinzip «do no harm» mit sozialen und ökologischen Themen um. Das heisst, sie verfolgten einen Compliance bezogenen Risikoansatz. Dies aber meistens erst, nachdem die Reputation des Unternehmens aufgrund eines Skandals gelitten hatte. Daneben verfolgten sie wohltätige Zwecke, eine Art moralischer Verpflichtung, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Nicht selten steckten dahinter aber nur Marketingzwecke und unternehmerisches Engagement blieb ein Luxus derer, die es sich leisten konnten oder vom positiven Image profitieren wollten. Diese einfachen und bescheidenen Ansätze der Nachhaltigkeit sind inzwischen von der Realität überholt worden.

Nachhaltigkeit in der vernetzten Welt: Vom Megatrend zum Megarisiko

Globalisierung, Digitalisierung und Vernetzung haben heute eine neue Epoche des Wirtschaftslebens eingeläutet. Miteinander verbundene Megatrends und transformative Veränderungen definieren Chancen und Risiken in Wirtschaft und Gesellschaft neu: der demografische Wandel lässt bewährte Gesellschaftsmodelle erodieren, die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer grösser, die Verstädterung schreitet weiter voran, gesellschaftliche Machtverteilung und die Gewährleistung von Sicherheit werden in einer immer fragmentierteren Staatenwelt undurchsichtiger. Gleichzeitig verändern sich die Arbeitswelt und entsprechende Erwerbsmodelle rasant, Geschäftsmodelle werden disruptiv, die begrenzten natürlichen Ressourcen und die Folgen des bisherigen Wirtschaftens zwingen zu immer neuen Veränderungen, beispielsweise der Energiewende. Der Global Risks Report des World Economic Forum zeichnet kein besseres Bild. So sind die fünf grössten Risiken für die nächsten 10 Jahre Risiken rund um Wasservorräte, Fehlschlagen von Klimaanpassungsstrategien und Mitigation, extreme Wetterereignisse, Nahrungsmittelkrisen und tiefgreifende soziale Instabilität.

Auch Nachhaltigkeitsfragen müssen deshalb im Zeitalter der globalen Vernetzung neu gestellt und beantwortet werden.

Die Agenda 2030: Nachhaltigkeit in der vernetzten Welt

Die Antwort der Staatengemeinschaft heisst Agenda 2030, welcher alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen im Herbst 2015 zugestimmt haben. Sie setzt 17 nachhaltige Entwicklungsziele, die alle obgenannten Themen in einen umfassenden Ansatz integrieren.

Ihre ambitionierten Ziele können nur erreicht werden, wenn alle Akteure ihren Beitrag leisten: die Staaten, die Wirtschaft, lokale Gemeinschaften aber auch jeder einzelne.

Insbesondere der Finanzindustrie kommt im Rahmen der Agenda 2030 eine wichtige Rolle zu. Sie ist der Hebel am Kapitalmarkt, der auch die ökologischen und sozialen Effekte finanziert und skaliert. Jedes Investment soll gemäss der Agenda 2030 neben einem finanziellen Ertrag auch eine soziale oder ökologische Wirkung entfalten. Ansätze, die sich in den letzten Jahren entwickelt haben, sind beispielsweise Impact Investing, Microfinance oder Green Bond. Modelle, die dem Paradigma der Agenda 2030 gerecht werden, führen zwangsläufig zu einem Wirtschaftssystem, das die langfristige Prosperität und globale Balance in der vernetzten Zukunft sicherstellt. Die Chancen, die das neue System eröffnet, sind sehr vielfältig. Wir müssen sie nur zu packen wissen.

Die LGT hat bereits vor Jahren ein umfassendes Nachhaltigkeitsmanagement implementiert, welches die nichtfinanziellen Kriterien im Asset Management integriert. Gleichzeitig gehört sie zu einer der wichtigsten Impact Investoren und hat vor Jahren den Ansatz Venture Philanthropy ins Leben gerufen.

Bild: von Abougu (Save the Children) CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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