Kein Weihnachtsgeld auf den Christmas-Islands

Kein Weihnachtsgeld auf den Christmas-Islands 

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Sterntaler gibt es nicht einmal auf den Weihnachtsinseln. Sogar die Währung auf Kiribati ist eigentlich nur ein Klon des australischen Dollars.

In diesen Wochen dürfen sich die meisten Arbeitnehmer wieder über ihr Weihnachtsgeld freuen. Und mancher mag insgeheim denken: Wenn nur das ganze Jahr über Weihnachten wäre. Doch das bleibt reines Wunschdenken, denn selbst auf den Weihnachtsinseln haben die Menschen nicht Tag für Tag „Weihnachtsgeld“ in ihren Portemonnaies. In der Regel zahlen die Christmas-Insulaner nämlich mit Australischen Dollar. Allerdings gibt es eine Ausnahme.

Zunächst gilt es jedoch, zwischen zwei Weihnachtsinseln zu unterscheiden, die seinerzeit zufällig beide um die Festtage entdeckt wurden. Am Weihnachtstag des Jahres 1643 sichtete der holländische Seefahrer William Mynors ein etwa 135 Quadratkilometer umfassendes Eiland im Indischen Ozean zwischen Australien und Indonesien. Er nannte es die „Weihnachtsinsel“. Das vor allem bei Tauchern beliebte kleine Fleckchen Erde gehört seit 1957 zu Australien. Offizielle Währung ist der Australische Dollar.

Kiribati-Dollar „made in Australia“

Fast auf den Tag genau 134 Jahre später stiess der legendäre Brite James Cook im Pazifik südlich von Hawaii auf eine bis dahin fremde Insel. Er nannte sie ebenfalls „Weihnachtsinsel“, oder – in der Landesspache – Kiritimati. Dieses Eiland ist fast dreimal so gross wie die Weihnachtsinsel im Indischen Ozean und gehört zur Inselrepublik Kiribati. Dort gibt es zwar den Kiribati Dollar, hinter dem aber die Reserve Bank of Australia steht. Die Inselwährung entspricht 1:1 dem australischen Dollar, der die parallele Landeswährung ist. Nach ihrer Unabhängigkeit gab Kiribati die ersten Münzen heraus, die natürlich auch auf der Weihnachtsinsel gültig waren. Einige dieser Münzen aus Bronze, Kupfernickel und Messing sind noch immer im Umlauf.

Später erkannte man, dass sich der Name „Weihnachtsinsel“ nicht nur touristisch gut verkaufte. Kiribati liess Gold- und Silbermünzen mit mehr oder weniger geschmackvollen Weihnachtsmotiven prägen und brachte sie unter der Herkunftsbezeichnung „Christmas Island“ auf den Sammlermarkt. Geprägt wurden sie allerdings nicht auf der pazifischen Weihnachtsinsel, sondern zum Teil am anderen Ende der Welt. Die Silbermünze „Weihnachtsengel“ aus dem Jahr 2015 stammt etwa aus einer deutschen Prägeanstalt. Schade, denn Theodor Storms etwas umgetextetes Weihnachtsgedicht „Von drauss, vom Pazifik, komme ich her“ wäre in einer globalisierten Welt vielleicht der absolute Weihnachtsknaller.

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