Wenn der letzte Wille skurril wird

Wenn der letzte Wille skurril wird 

Artikel bewerten

Milliarden für die Kurie, Millionen für die Hauskatze – manche Testamante bergen einen bizarren Inhalt.

Man kann eine Lebensversicherung abschliessen, seinen Angehörigen für den Fall der Fälle ein Aktiendepot, edlen Schmuck und Alte Meister hinterlassen. Oder man macht es wie der damals 79jährige Amerikaner Donald Peters. Der Senior aus Connecticut ahnte wohl, dass ihm nicht mehr allzu viel Zeit bleiben würde. Um seine Frau Charlotte zu versorgen, füllte er kurz vor seinem Tod einen 10-Wochen-Lottoschein aus. Wenig später erlag er einem Herzinfarkt. Charlotte Peters ließ den Lottoschein prüfen – und hatte im wahrsten Sinne des Wortes das große Los gezogen. Mit einem Schlag war sie um rund zehn Millionen Dollar reicher.

«Eine verrückte Erbschaft», das ist nicht nur der Titel einer Western-Groteske mit der US-Schauspielerin Sydne Rome, so etwas gibt es zuweilen auch im wirklichen Leben. Der Italiener Michelangelo Manini etwa war ein äußerst tüchtiger Unternehmer. Die von seinem Vater gegründete FAAC Gruppe machte er zu einem global agierenden Maschinenbaukonzern. Die Früchte seines Erfolgs konnte er freilich nicht mehr genießen. Manini starb im Alter von nur 50 Jahren. Sein gesamtes Vermögen von rund 1,7 Milliarden Euro vermachte er der katholischen Kirche von Bologna.

Eine römische Witwe, die bis heute anonym blieb, durfte ebenfalls als ziemlich wohlhabend bezeichnet werden. Sie besass zwei Wohnungen, Ländereien in Kalabrien und Cash-Reserven in Höhe von über 1,5 Millionen Euro. Was sie nicht hatte, waren nahe Angehörige. Und deshalb vererbte sie ihr gesamtes Vermögen ihrer Katze. Haustiere sind in den meisten Staaten aber nicht erbberechtigt. Somit floss das Vermögen an eine Krankenschwester, die über Jahre hinweg die Witwe betreut hatte. Damit verbunden war jedoch die Auflage, sich in angemessener Form um das Wohlergehen des Stubentigers zu kümmern.

Doch längst nicht jede Hinterlassenschaft macht glücklich. Im bayerischen Landkreis Passau hinterließ ein Mann seinen Verwandten eine äußerst brisante Erbschaft. Sie bestand aus mehreren Pistolen, Gewehren und einer Maschinenpistole. Die herbeigerufenen Polizisten machten große Augen, als sie diese außergewöhnliche Hinterlassenschaft inspizierten: Einige der Gewehre und Maschinenpistolen fielen sogar unter das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Zu einer Waffe griff im Jahr 2011 auch der amerikanische Multimillionär William Roberts Lindsay, um sich aus Angst vor Gebrechlichkeit das Leben zu nehmen. Seinen Hund vererbte er seinem Friseur. Den grössten Teil seines Vermögens erhielt aber der National Trust of Scotland – und damit das Land seiner Vorfahren, das Lindsay allerdings nie besucht hatte.

Leselinks:

Bild: By Niteshift (Own work (photo)) CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.