Wenn die Banknote zum Osterhasen wird

Wenn die Banknote zum Osterhasen wird 

Moneygami, das ist vermutlich Cash in seiner kreativsten Form. Nach der Origami-Kunst gefaltete Banknoten machen Geldgeschenke originell. Zu Ostern wird so mancher Euro- oder Franken-Schein wieder zum gefalteten Mümmelmann.

Die Geschäftstüchtigkeit des Nachwuchses zeigt sich nicht zuletzt an seinen besonderen Präferenzen zu Ostern. Kinder und Enkel, die lieber das Gewicht des Sparscheins anwachsen lassen als das eigene, verzichten auf Osterhasen aus Schokolade, Marzipan oder gar aus Zucker. Sie freuen sich vielmehr über Bares. Da aber Eltern und Großeltern nicht als fantasielos erscheinen und einfach einen Geldschein überreichen möchten, versuchen sie sich in der japanischen Origami-Kunst. Übersetzt heisst Origami schlicht „Papier falten“.

Im China der Ming-Dynastie gab es einmal einen Geldschein mit den beeindruckenden Massen von 225 mal 342 Millimetern. Sogar ungeschickte Zeitgenossen hätten damit noch etwas falten können, das irgendwie einem Osterhasen ähnelt. Mit den ungleich kleineren Franken- und Euro-Noten ist das schon etwas schwieriger. Wobei erfahrene Origami-Freunde versichern, das Falten eines Osterhasen sei vergleichsweise einfach. Es bedürfe gerade einmal zehn Falt-Schritte – und schon werde aus einer Banknote ein Osterhase. Grundsätzlich seien Euro-Scheine wegen ihres Formats aber besser geeignet als Franken- oder Dollar-Noten. Allzu klein sollte der Schein auch nicht sein, was den Nachwuchs ebenfalls erfreuen dürfte. Besonders gut soll sich der 50-Euro-Schein für die Mutation von der Banknote zum Oster-Mümmelmann eignen.

Die Kunst, aus einem – idealerweise quadratischen – Blatt Papier einen zwei- oder dreidimensionalen Körper zu falten, ist schon Jahrhunderte alt und erlebte in Japan seine erste Blüte. Satoshi Kamiya, ein zeitgenössischer Meister seines Fachs, faltet zum Beispiel in 250 Schritten seine legendären Drachen.

In den vergangenen Jahren wurde das Moneygami, also das Falten von Geldscheinen, immer beliebter, obwohl es keine quadratischen Banknoten gibt. Aus Geldscheinen gefaltete Blumen sind auch willkommene Hochzeitsgeschenke, womit im Übrigen der Beweis erbracht wäre, dass es durchaus auch „Blüten“ aus echten Geldscheinen gibt.

Doch nicht nur Osterhasen und Blumensträusse lassen sich aus Banknoten zaubern. Auch Frösche, Fische und Schmetterlinge sind begehrte Origami-Objekte, ebenso wie Schultüten (zum ersten Schultag) und Schweine. Letztgenannte stehen bekanntlich für die Geldvermehrung durch Sparsamkeit. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Was die kreativen „Geldfalter“ allerdings eines Tages ausbremsen könnte, sind die in vielen Staaten angestellten Überlegungen, die grossen Geldscheine aus dem Verkehr zu ziehen. Die Europäische Zentralbank machte mit der 500-Euro-Note schon mal den Anfang.

Wer seinen Nachwuchs künftig also reich beschenken möchte, der faltet zu Ostern ganz einfach eine Hasen-Familie aus nominell kleineren Geldscheinen.

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