Wenn Narren zu „Notenbankern“ werden

Wenn Narren zu „Notenbankern“ werden 

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Pappnasen und Kostüme sind unverzichtbare Requisiten in der „fünften Jahreszeit“. Mancherorts wird sogar Karnevalsgeld gedruckt. Doch Vorsicht: Die Behörden nehmen das nicht immer spassig.

„Einmal nur im Jahr ist Karneval“, heisst es in einem der bekanntesten Fastnachtsschlager im Rheinland. Vielleicht ist das in ökonomischer Hinsicht auch ganz gut so. Denn wenn Narren nach dem Geld greifen, nimmt das meist kein gutes Ende. Diese gewiss nicht neue Erkenntnis fand längst Eingang in bekannte Sprichwörter: „Dem Narren rinnt das Geld zwischen den Fingern heraus“, heisst es etwa. Oder: „Was die Weisen beginnen, beenden die Narren“.

Doch mit so defätistischen Gedanken beschäftigt sich die jahreszeitlich limitierte Narretei nicht einmal am Aschermittwoch, wenn bekanntlich „alles vorbei ist“. Die heiteren Narren bescheren den beteiligten Branchen vielmehr eine Sonderkonjunktur. Wenn „Alaaf“, „Helau“ und andere närrische Schlachtrufe ertönen, sitzt das Geld bei vielen locker. Und deshalb dichteten Protagonisten des Frohsinns schon vor Jahren: „Viele Narren in diesem Land sind am Rosenmontag blank. Damit die Kohle länger hält, fordern wir ein Faschingsgeld“.

Kein (Karnevals-)Witz: Faschings-, Fastnachts- oder Karnevalsgeld gibt es tatsächlich – und zwar schon ziemlich lange. In Maxglan bei Salzburg zum Beispiel wurden im März 1924 Faschings-Geldscheine ausgegeben, die den damals im Umlauf befindlichen 1000-Kronen-Banknoten ähnelten. Darauf stand: „Für diese Banknote zahlt die Maxglaner Faschingsbank am 29. Februar 1925 1000 Kronen in klingender Münze aus“. Viele bewahrten das Narrengeld deshalb sorgfältig auf, ohne allerdings auf den Kalender zu schauen. Das Jahr 1925 war kein Schaltjahr, folglich gab es auch keinen 29. Februar. Wertlos wurde das Faschingsgeld dadurch allerdings nicht. Man brauchte nur einen langen Atem: Heute hat die kuriose Banknote durchaus einen Sammlerwert. Ebenso wie der 2-Licnika-Geldschein aus Vevcani in Mazedonien, der in manchen Sammleralben zu finden ist. In Deutschland wiederum kamen in den 1980er Jahren 10- und 20-DM-Scheine unters närrische Volk, auf denen die vertrauten Porträts durch Fussbälle ersetzt worden waren. Auch Narren haben eben mitunter nur Fussball im Kopf.

Doch egal, wo und mit welcher Absicht Karnevalsgeld gedruckt wird: Wer versucht, damit zu zahlen, riskiert eine Anzeige wegen „Inverkehrbringen von Falschgeld“. Da kennen die Behörden keinen Spass – nicht mal an Karneval.

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Bild: By Eribula, via Wikimedia Commons

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