Wetten: Milliarden für den Nervenkitzel

Wetten: Milliarden für den Nervenkitzel 

3.7 (73.33%) 3 votes

Mit Prognosen kann man voll danebenliegen – aber auch einen lukrativen Volltreffer landen. Die Aussicht auf Letzteres macht seit Tausenden von Jahren den Reiz von Wetten aus. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Wetten, dass… die wenigsten wissen, wer der reichste Sportler der Geschichte ist? Kein Formel-1-Pilot, auch kein Fussballspieler. Keiner der zeitgenössischen Sportler. Das meiste Geld verdiente Gaius Appuleius Diocles, einst unumstrittener Star unter den Wagenlenkern im antiken Rom. Er soll im Laufe seines erfolgreichen Lebens umgerechnet rund 15 Milliarden US-Dollar verdient haben. Das hat zumindest der renommierte amerikanische Althistoriker Peter Struck vor einigen Jahren errechnet. Dass er so reich werden konnte, verdankte der umjubelte Star im Circus Maximus nicht zuletzt den hohen Wetteinsätzen, mit deren Hilfe die euphorischen Fans von anno dazumal ihren Nervenkitzel noch zu steigern wussten.

700 Milliarden für Sportwetten

Dieser Nervenkitzel und die Aussicht, mit dem richtigen Tipp ohne viel Arbeit schnell Geld zu verdienen, machen Wetten seit Tausenden von Jahren attraktiv. Mal illegal, mal halblegal, mal ganz legal setzen die Menschen gern auf die Eintrittswahrscheinlichkeit bestimmter Ereignisse. Sei es, dass die favorisierte Quadriga im Circus Maximus gewann, sei es, dass ein bestimmtes Rennpferd oder eine Fussballmannschaft siegen möge. Weltweit werden aktuellen Schätzungen zufolge über 700 Milliarden Euro jährlich allein mit Sportwetten umgesetzt.

Als Wettnation Nummer eins gilt nach wie vor Grossbritannien. Als dort im 18. Jahrhundert Pferderennen allmählich populär wurden, musste Geld her, um diese sportlichen Events zu finanzieren. Was also lag näher, als Fans die Möglichkeit zu geben, auf den Ausgang der Pferderennen zu setzen? Die ersten Wetten auf Fussballspiele wurden in Grossbritannien und Schweden Anfang der 1920er-Jahre abgeschlossen.

Manche Buchmacher nannten schon sehr früh zwei oder drei Wettbüros ihr Eigen. Zu den erfolgreichsten Grössen der Banche gehörten die Herren Schwind und Pennington, die den von ihnen 1886 gegründeten Wettanbieter Ladbrokes zu einem grossen Wettbüro ausbauten, das nach einem Eigentümerwechsel 1967 einen Börsengang wagte. Bis zum Erwerb des Unternehmens durch GVC Holdings im März 2018 war Ladbrokes im Börsenindex FTSE 250 gelistet. Im Jahr 1998 hatte das Unternehmen sein Wettangebot auch im Internet bereitgestellt.

Von skurril bis dekadent – die ungewöhnlichsten Wetten

Wer nach den skurrilsten Wetten sucht, muss sich ebenfalls in Grossbritannien umhören. Dort wettete ein Einwohner der Stadt Preston im Nordwesten Englands 10 Pfund darauf, dass Ende 1969 ein Mann auf dem Mond landen würde. Volltreffer, der Glückliche erhielt 10.000 Pfund ausgezahlt. Fast schon eine astronomische Rendite. Geradezu dekadent muten im Vergleich dazu die Wetten auf Regentropfen-Rennen an, die angeblich vor allem in britischen Gentlemen’s Clubs en vogue waren. Die Herren wetteten in distinguierter Langeweile auf Regentropfen auf Fensterscheiben. Es ging darum, welcher Regentropfen als erster den unteren Rand der Scheibe erreicht. Der Verrücktheit sind beim Wetten eben keine Grenzen gesetzt. Wetten, dass… ?

Leselink

Es gibt 1 Kommentar zu diesem Artikel
  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 20. November 2018 – Seite 91115 – Firmenweb | Business News im Minutentakt

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.