Wirtschaftsjournalismus – seit 700 Jahren von Bedeutung

Wirtschaftsjournalismus – seit 700 Jahren von Bedeutung 

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Am Anfang stand der Wirtschaftsjournalismus: Die sogenannten Kaufmannsbriefe aus dem späten Mittelalter und der Frühen Neuzeit – wie beispielsweise die Fuggerzeitung des Augsburger Handelshauses Fugger – waren nicht nur die ersten Wirtschaftspublikationen, sondern auch die Vorläufer der allgemeinen gedruckten Presse.

In den letzten 700 Jahren hat sich der Wirtschaftsjournalismus zu einer eigenständigen, aus den Medien nicht mehr wegzudenkenden Rubrik weiterentwickelt. Der Sinn und Auftrag des Wirtschaftsjournalismus blieb: Er leistet einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung in Wirtschaftsfragen.

Die Kaufmannsbriefe dienten einst dazu, wohlhabenden Kaufleuten eine möglichst unverfälschte und ortskundige Einschätzung der Marktlage an ihren Handelsorten zu ermöglichen. Heute ist der Anspruch an den Wirtschaftsjournalismus in Zeiten globaler Märkte und zunehmender Komplexität deutlich gestiegen. Umso wichtiger ist es, dass Journalisten in der Lage sind, komplexe Sachverhalte und Zusammenhänge verständlich, objektiv, seriös sowie gut recherchiert darzustellen. Zur Förderung junger, talentierter Journalisten aus der Wirtschafts- und Finanzwelt prämiert die LGT Bank Österreich seit 2011 jährlich herausragende redaktionelle Print- und Online-Artikel.

Für den diesjährigen LGT Medienpreis reichten Wirtschaftsjournalisten aus Österreich insgesamt 60 Beiträge ein, die in den vergangenen zwölf Monaten in österreichischen Medien erschienen sind. Eine fünfköpfige unabhängige Jury aus Medienexperten bewertete alle Wettbewerbsbeiträge.

Den ersten Preis erhielt Michael Ortner für seinen in Format Online publizierten Artikel «Airbnb: Vermieter im Visier der Finanz». Er berichtet darin, wie die Internetplattform Airbnb das Übernachtungsgewerbe aufmischt und damit dem traditionellen Gastgewerbe und den Finanzbehörden ein Dorn im Auge ist. Die zwei Anerkennungspreise gingen an Mirijana Milijkovic (wirtschaftsblatt.at) für ihren Beitrag «Chinas Investitionen in Osteuropa» und Mathias Auer (Die Presse) mit «Leitls komplizierte Kammer». Milijkovic zeichnet in ihrer sechsteiligen Serie auf, wie, wo und warum chinesische Unternehmen im europäischen Osten verstärkt Investitionen tätigen. Auer beleuchtet kritisch, wohin die hunderte Millionen Euro fliessen, die Österreichs Unternehmer jedes Jahr in «ihre» Wirtschaftskammer pumpen.

Die Beiträge überzeugten die Jury durch ihre hervorragende journalistische Ausführung, umfassende Recherche von Daten und Fakten, sachliche Darstellung und Analyse sowie ausgezeichnete leserfreundliche Aufbereitung.

Auch ich fand die drei Artikel äusserst lesenswert. Dank ihnen habe ich die Begriffe Sharing Economy, Seidenstrasse und Wirtschaftskammer in einem neuen, überraschenden Kontext kennengelernt.

 

Bild oben: Meinhard Platzer (Co-CEO LGT Bank Österreich), Karl-Peter Schwarz (Jury), Matthias Auer (Die Presse –  Anerkennungspreis), André Kühnlenz (Wirtschaftsblatt – Anerkennungspreis), Michael Ortner (Trend – Hauptpreis), Eva Konzett (Wirtschaftsblatt – Anerkennungspreis), Marijana Miljkovic (Wirtschaftsblatt – Anerkennungspreis), S.D. Prinz Philipp von und zu Liechtenstein (Chairman LGT), Michael Fleischhacker (Jury), Dr. Barbara Kolm (Jury), Dr. Christian Helmenstein (Jury)

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