Zwei-Grad-Ziel: Banken als Klimaretter?

Zwei-Grad-Ziel: Banken als Klimaretter? 

Klimawandel kennt keine Landesgrenzen. Seine Folgen sind weltweit spürbar und stellen eine Gefahr für alle dar: Höhere Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster, Meeresspiegelanstieg, Störungen in Ökosystemen und die Verstärkung von Extremereignissen bedrohen Menschen und deren Nutzflächen. Die Weltgemeinschaft einigte sich 2010 an der Klimakonferenz in Cancún daher darauf, den Temperaturanstieg auf 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Fest steht, dass aufgrund der Nutzung fossiler Brennstoffe wie Erdöl, Gas und Kohle die CO2-Emissionen in der Atmosphäre steigen. Das beeinflusst das Klima sowie die Zusammensetzung der Atmosphäre und Ozeane unumkehrbar über die nächsten Jahrtausende.

Das niedrigste, heute noch zu erreichende Ziel ist das in Cancún formulierte zwei-Grad-Ziel. Entsprechende Massnahmen müssen jetzt ergriffen werden, denn die Temperaturkurven reagieren nur verzögert auf die Emissionspfade: Was wir heute nicht umsetzen, fällt morgen auf uns zurück. Die verschiedenen Akteure wie Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und die Öffentlichkeit müssen deshalb gemeinsam aktiv werden und entsprechende Rahmenbedingungen festsetzen.

Insbesondere sind Massnahmen zu tätigen, die helfen Treibhausgasemissionen zu vermeiden. Mittels Energieeffizienzmassnahmen und einer verstärkten Verwendung von CO2-armen oder CO2-freien Technologien kann CO2 kostengünstig reduziert werden.

Um das Klima zu stabilisieren, dürfen die CO2-Emissionen im 21. Jahrhundert kumuliert nicht über 4180 Gigatonnen steigen. Obwohl sich viele Staaten im Kyoto Protokoll verpflichtet haben, ihre CO2-Emissionen teilweise drastisch unter den Wert von 1990 zu senken, stiegen die Treibhausgasemissionen im 2010 weltweit auf 49 Gigatonnen. Um das zwei-Grad-Ziel zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen bis 2020 auf 44 Gigatonnen und bis 2050 auf 40 Gigatonnen pro Jahr gesenkt werden. Ohne Klimaschutzmassnahmen dürften sie bis 2020 auf 56 Gigatonnen steigen. Die Schweiz, Liechtenstein und einige andere Länder haben 2013 daher nochmals bekräftigt, ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent unter den Wert von 1990 zu senken.

Was hat die Finanzindustrie mit dem CO2-Reduktionsziel zu tun?

Um die Finanzindustrie weltweit für den Kampf gegen die Klimaveränderung in die Pflicht zu nehmen, hat UN PRI (UN Principles for Responsible Investments) an ihrer Jahresversammlung Ende September 2014 in Montreal zusammen mit der UNEP Financial Initiative den «Montreal Carbon Pledge» lanciert. An Ort und Stelle haben sich bereits 15 grosse institutionelle Investoren mit rund 500 Milliarden USD an Vermögenswerten dazu verpflichtet, ihre CO2-Emissionen, respektive die CO2-Intensität ihrer verwalteten Vermögen, jährlich öffentlich zu publizieren und diese zu de-karbonisieren. Die Ziele können sie auch mit der kürzlich initiierten «Portfolio Decarbonization Coalition» (PDC), einer Multi Stakeholder Initiative, festsetzen. Ziel des Montreal Carbon Pledge ist, bis Ende 2015 dem Zeitpunkt der Klimakonferenz der Staatengemeinschaft in Paris 3 Billionen USD an verwalteten Vermögen zu vereinigen. Die Unterzeichner des Montreal Carbon Pledge möchten damit ein Signal an CO2-intensive Branchen und Unternehmen senden.

De-Karbonisierung des Portfolios kann mit verschiedenen Massnahmen erreicht werden. Einerseits können Unternehmen ausgeschlossen werden, die CO2-intensiv produzieren und durch Unternehmen desselben Sektors eingetauscht werden, die effizienter wirtschaften. Andererseits kann bei Unternehmen ein Umdenken stattfinden, wenn sie sehen, dass institutionelle Investoren ihr Kapital in CO2-arme oder CO2-freie Aktivitäten, Assets und Technologien stecken. Die Investoren können mit den Unternehmen auch in einen Dialog treten, um ein Umdenken herbei zu führen.

Es geht also nicht um eine moralische Mission, sondern um bewusstes Risikomanagement. Mit mehr als 75 Billionen USD an investierbarem Kapital tragen Investoren und Asset Manager entscheidend dazu bei das von der Staatengemeinschaft in Cancún formulierte zwei-Grad-Ziel zu erreichen, und damit das Klima zu schützen und nicht, ihm zu schaden.

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